Sachsens Arbeitsgerichte setzen flächendeckend auf die E-Akte

Zuletzt aktualisiert:

Sachsens Arbeitsgerichte arbeiten fortan flächendeckend mit elektronischen Akten. Nach den Gerichten in Leipzig, Bautzen, Dresden und Chemnitz sowie dem Landesarbeitsgericht wurde am Montag nun auch am Standort Zwickau - dem letzten noch verbliebenen Arbeitsgericht - die E-Akte gestartet. Justizministerin Katja Meier (Grüne) sprach von einem wichtigen Meilenstein in einem der größten Transformationsprozesse in der Justiz. Neben dem Umstieg vom Papier auf die digitale Akte gehört dazu auch die Ausstattung von Arbeitsplätzen und Gerichtssälen mit entsprechenden Geräten.

Die bisherige Digitalisierung habe bereits die Kommunikation etwa mit Rechtsanwälten beschleunigt, konstatierte der Präsident des Landesarbeitsgerichts, Eberhard Kirst. Künftig erhofft er sich weitere positive Effekte - auch dadurch, dass Richter so ortsungebundener arbeiten können. Die Nutzung von E-Akten und die digitale Ausstattung der Gerichtssäle verändere zudem den Ablauf von Verhandlungen. So werde die Bild-Ton-Übertragung forciert, so dass etwa Anwälte für kurze Verhandlungen nicht extra von weit her anreisen müssten. Auch Geräte zur Spracherkennung böten neue Möglichkeiten, so dass Richter ihre Urteile direkt diktieren könnten.

Mitunter sind die Papierakten in der Justiz so dick, dass sie mit einem Gürtel zusammengehalten werden müssen - Juristen sprechen dann scherzhaft von einem "Gürteltier". Bis diese Papierberge auch in den anderen Justizzweigen komplett der Vergangenheit angehören, wird aber noch einige Zeit vergehen. Erst ab 1. Januar 2026 soll dies flächendeckend an allen Gerichten im Freistaat der Fall sein. (dpa)