Dem Görlitzer Maro-Park wieder eine Seele einhauchen
Vor fast einem Dreivierteljahr sorgte in Görlitz ein Großbrand für Aufsehen. Eine Halle auf einem Autoservice-Gelände an der Reichenbacher Straße - dem sogenannten Maro Gewerbepark - stand in Flammen. Sie brannte völlig aus. Auch benachbarte Gebäude wurden zum Teil stark beschädigt. Ein Schock für die Beschäftigten der dort ansässigen 27 Firmen. Autos und Inventar gingen in Flammen auf.
Rückblick: Ein Schrauber einer Ein-Mann-Firma auf dem Gelände hatte Ende Februar einen Wagen verschrottet. Dabei soll er den Tank angebohrt haben. Durch Funkenflug entzündete sich auslaufendes Benzin. Die Flammen breiteten sich rasend schnell in dem denkmalgeschützten Gebäudekomplex aus.
Und heute - fast ein Vierteljahr nach dem verheerenden Brand? Was hat sich getan?
Der Wiederaufbau läuft. Teile der Brandruine sind eingerüstet. „Die Brandsanierung wurde abgeschlossen. Das beinhaltet die Demontage der nicht mehr verwertbaren Teile, aber auch die Fassadenreinigung. Aktuell ist der Industrieschornstein eingerüstet“, sagte uns die Verwalterin der fast 30.000 Quadratmeter großen Immobilie, Anke Klaus.
Dem ehemaligen Industriebau wieder eine Seele einhauchen
Der Wiederaufbau werde voraussichtlich noch bis zum Frühjahr 2021 dauern, schätzt Klaus. Dabei soll möglichst viel alte Bausubstanz, die nicht durch das Feuer vernichtet, aber arg in Mitleidenschaft gezogen wurde, bewahrt werden. „Wir wollen historische Fassaden, Zwischenwände, Dach- und Deckenkonstruktionen, Bauelemente wie Stahlträger erhalten, um der Immobilie eines Tages wieder eines Tages eine Seele einzuhauchen. Es wird keine alte Fassade mit WBS-70-Platten dahinter geben“, so die Verwalterin.
Einige Mieter mussten aufgeben
Zehn der ehemals 27 Firma sind wieder auf den Maro Gewerbepark zurück gekehrt und haben die Arbeit aufgenommen. Eine Autopflege wird demnächst folgen. „Leider mussten einige Mieter aufgeben. Auch die Firmen, die den Neustart gewagt haben, sind weit von ihren ursprünglichen Umsätzen entfernt“.
„Nur ein Schulterzucken“
Und der Mechaniker, der den Brand verursacht haben soll, hat er sich inzwischen entschuldigt? „Ich hab von ihm außer einem Schulterzucken nichts erlebt“, ärgert sie sich. Der 31-Jährige ist wegen fahrlässiger Brandstiftung angeklagt. Er soll auch unter Alkohol gestanden haben. Einen Prozesstermin gibt es noch nicht. Der Fall liegt beim Einzelrichter in Görlitz. Er kann höchstens eine Bewährungsstrafe aussprechen.
Die Staatsanwaltschaft hat einen Schaden von 6,4 Millionen Euro errechnet. „Reicht bei weitem nicht“, so Klaus. Sie schätzt den Schaden auf einen zweistellige Millionenbetrag.