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Der Hofrichter, der Teufel und der heulende Schornstein

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Der alte Schornstein des Hofrichterhauses in Bautzen ist nicht nur ein besonderes Bauwerk der Renaissance, sondern auch Mittelpunkt einer düsteren Legende.

Man erzählt sich, der Hofrichter, der einst dort lebte, habe viele harte Urteile gefällt und zahlreiche Menschen zum Tod verurteilt. Mit den Jahren soll ihn die Angst verfolgt haben, der Teufel selbst würde eines Tages seine Seele holen. Besonders nachts, wenn der Wind durch den großen Schornstein pfiff, glaubte er Stimmen und leises Jammern der Verurteilten zu hören.

Aus Furcht vor dem Teufel ließ er den Schornstein immer höher und prächtiger bauen. Manche sagen, er hoffte dadurch, böse Mächte fernzuhalten. Andere erzählen, er habe geglaubt, der Rauch müsse höher steigen, damit seine Schuld mit ihm zum Himmel getragen werde.

Doch seine Angst verließ ihn nie. In stürmischen Nächten soll der Hofrichter ruhelos durch das Haus gegangen sein, während aus dem Schornstein ein unheimliches Heulen erklang. Die Menschen in Bautzen flüsterten damals, der Teufel kreise bereits um das Haus und warte auf den Richter, der zu viele Seelen auf dem Gewissen hatte.

Bis heute gehört der Schornstein des Hofrichterhauses zu den bekanntesten sagenumwobenen Orten der Stadt. Manche bleiben stehen, schauen hinauf und meinen, der Wind klinge dort oben noch immer ein wenig wie ein leises Klagen.
 

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