++ EIL ++

Der verhängnisvolle Sturz von der Görlitzer Peterskirche

Zuletzt aktualisiert:

Ein verhängnisvoller Fehltritt, ein Rettungsversuch und eine tückische Sturmböe. Die Sage vom Zimmermann, der vom Dach der Görlitzer Peterskirche stürzte, ist eine der bekanntesten Legenden in in der Stadt. Die Gescichte soll sich Ende des 15. Jahrhunderts abgespielt haben. Damals wurde der Dachstuhl der Peterskirche errichtet. 

Stadtwächter Gunnar Buchwald erzählt uns die Sage:

Der Zimmermann der Görlitzer Peterskirche, eine Geschichte, die uns daran erinnert, dass Menschen immer wissen, wann große Bauwerke fertig wurden, was sie gekostet haben. Selten jedoch erinnert man sich an die Handwerker, die dabei ihre Gesundheit oder gar ihr Leben eingebüßt haben. Und so ist hier an der Peterskirche eine Geschichte erhalten, die uns von einem jungen Zimmermann erzählt, der da seinem Tagwerk nachging auf dem Dach der Kirche. Jedoch war es ein sehr nasser und auch windiger Novembertag und so rutschte er auf dem steilen Kirchendach aus und noch im Fallen schlug er sich mit dem Beil, mit dem er gerade gearbeitet hatte, an einen der letzten Dachsparren ein und so hing er nur noch am Griff des Beiles, „Zeter und Mordio“ brüllend. Die Görlitzer eilten zur Hilfe und schoben vor den Eingang der Krypta einen großen Heuwagen hin, um, dass ihm, wenn ihm oben die Kräfte schwinden, er hier unten wenigstens weich falle. In dem Moment, wo der Zimmermann aber den Griff des Beiles losließ, kam eine garstige Windböe um die Kirche herum und trug den Mann weit entfernt von der Kutsche mit Heu. Er schlug auf dem Pflaster auf, wo noch heute ein Kreuz im Pflaster eingelassen ist, um die Stelle zu markieren. Die Görlitzer waren tief betrübt über den frühen Tod des jungen Kupferdeckers und ließen ihm dann die hohe Ehre zuteilwerden, auf dem Nikolaifriedhof neben den Gruftkapellen reicher Görlitzer Geschlechter beerdigt zu werden.  

 


Audio:

Knut-Michael Kunoth