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Deutsches Zentrum für Astrophysik zündet in Görlitz weitere Aufbaustufe

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Das Deutsche Zentrum für Astrophysik – DZA -  zündet eine weitere Aufbaustufe.  Im historischen Postgebäude in Görlitz werden 100 Büroarbeitsplätze für die Administration eingerichtet. Der Schlüssel für diesen zweiten Interimsstandort des Großforschungszentrums wurde heute im Beisein von Bundesforschungsministerin Bettina Stark-Watzinger übergeben.  Der Aufbau eröffne langfristige Perspektiven für astronomische Spitzenforschung. Zugleich werde damit der Lausitz ein unverwechselbares wissenschaftliches Profil verliehen, so die FDP-Politikerin.

„Wir wollen schwarze Löcher entdecken, wir wollen erforschen, woher wir kommen und wohin wir gehen. Dafür müssen wir noch Werkzeuge entwickeln. Das wollen wir hier in der Lausitz tun“, so DZA-Gründungsdirektor Günther Hasinger.

Von  Görlitz sollen künftig zwei  Radioteleskope  in Südafrika  gesteuert und die eingefangenen Datenströme aus dem All nach Görlitz geleitet werden.  Die Wissenschaftler wollen  aus der Datenflut Algorithmen -  also Rechenvorgänge – für die spätere Forschungsarbeit entwickeln. Dafür wird auf dem Kahlbaum-Allee  ein  Technologie- und Großrechenzentrum errichten. Im rund 70 Kilometer entfernten Städtedreieck Kamenz-Hoyerswerda-Bautzen soll ein Untergrundlabor im Lausitzer Granit entstehen, ein hallenartiges Tunnelsystem von zehn mal zehn mal zehn Kilometern in rund 250 Meter  Tiefe. Dafür wird das Gebiet derzeit umfassend untersucht. Die Forscher brauchen ruhiges Umfeld, eine „seismische Null“, um präzise Schwankungen der Raumzeit untersuchen zu können. Diese Vorbereitungen  werden noch  rund drei Jahre dauern. Dann soll das Untergrundlabor errichtet werden. Um 2030 sollen Großforschungszentrum und Untergrundlabor fertiggestellt sein.

Vor vier Wochen hat das DZA einen ersten Interimsstandort bezogen. Im Keller  und Erdgeschoss eines ehemaligen Verwaltungsgebäude wird ein Institut für Technologieentwicklung   in Kürze die Arbeit aufnehmen.   „Dort werden neue Empfänger und Infrarotsensoren für Radioteleleskope entwickelt und getestet werden“, so  Hasinger.

Das Deutsche Zentrum für Astrophysik ist das größte Strukturentwicklungsprojekt in der sächsischen Lausitz. Es wird mit rund 1,1 Milliarden Euro gefördert.  Rund 1.000 Menschen sollen einmal für das  DZA arbeiten, gut ein Drittel aus dem wissenschaftlichen Bereich. Benötigt werden auch Beschäftigte in der Verwaltung, Ingenieure, Techniker und Handwerker.

Audio:

Knut-Michael Kunoth im Gespräch mit Professor Günther Hasinger, Gründungsdirektor des Deutschen Zentrums für Astrophysik
Knut-Michael Kunoth im Gespräch mit Bundesforschungsministerin Bettina Stark-Watzinger
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer