• Pixabay.com © rhro CCO Public Domain Der Tod ist zwar traurig, übt jedoch auch eine Faszination auf uns aus. Ebenso verhält es sich mit den unterschiedlichen Bestattungsriten weltweit.

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    Der Tod ist zwar traurig, übt jedoch auch eine Faszination auf uns aus. Ebenso verhält es sich mit den unterschiedlichen Bestattungsriten weltweit.

Die 10 skurrilsten Bestattungszeremonien der Welt

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Erd- und Feuerbestattungen sind in Deutschland die gängigsten Varianten, um einem Verstorbenen die letzte Ehre zu erweisen. Eine Rede wird gehalten, Trauermusik spielt und Tränen fließen. Wird der Körper des Toten der Erde übergeben, kann er den Gang ins Jenseits antreten. Was bei uns normal klingt, trifft in anderen Kulturen unter Umständen auf Unverständnis. Die Bestattungen rund um die Welt könnten kaum unterschiedlicher sein. Zehn skurrile Zeremonien und Traditionen fasst das folgende Ranking zusammen:

1. Bis in die Unendlichkeit und noch viel weiter: Weltraumbestattungen in den USA
Ebenso wie der Tod fasziniert die Menschen die Unendlichkeit des Universums. Daher verwundert es kaum, dass im Land der unbegrenzten Möglichkeiten der Himmel keine Grenze darstellt. Zu den ausgefallenen Bestattungsangeboten in den USA gehört die Weltraumbestattung, bei der die Asche des Verstorbenen in einer Minikapsel mithilfe einer Rakete ins All befördert wird. Bereits über 1.000 Mal fand dieses Spektakel schon statt. Abhängig von der Ausführung und der restlichen Feierlichkeit liegen die Kosten für die letzte Reise in den Weltraum im vier- bis fünfstelligen Bereich.

2. Bestattung für echte Fans: Fußballbestattung in England
Fußball ist auch in Deutschland eine Leidenschaft, die echte Fans zu Tränen rühren kann oder in einen Freudentaumel versetzt. Jedoch würde kaum einer auf die Idee kommen, sich auf einem Fußballfeld bestatten zu lassen. In England stellt das kein Problem dar. Wessen Herz am runden Leder hängt, kann seine Asche auf dem Rasen in seinem Lieblingsstadion verstreuen lassen oder seine letzte Ruhestätte hinter der Torlinie finden.

3. Traditionelle Totenwache: Japans buddhistische Begräbnisriten
In Japan wird bis heute eine Tradition aus dem Buddhismus zelebriert, um die Toten zu ehren. Hierbei handelt es sich um die Otsuya genannte Totenwache. Bei dieser bleibt der Körper des Verstorbenen bis zu drei Tage aufgebahrt im Haus seiner Hinterbliebenen. Mit weißen Tüchern bedeckt und in einen weißen Kimono gekleidet, „erwartet“ er die auf einem Altar dargebrachten Geldgeschenke für seine Bestattungsfeier. Diese nimmt in Japan umgerechnet über 17.000 Euro in Anspruch.

4. Ausdruck des Leidens: Dani-Bestattungen und die verlorenen Finger
Bei den Dani handelt es sich um ein indigenes Volk in West-Papua, Neuguinea. Bei ihnen stellen die Beisetzungen einen bedeutsamen Teil der Alltagskultur dar. Ein für Außenstehende barbarisch anmutender Ritus fand vorrangig in der Vergangenheit statt: den Frauen und Kindern der Verstorbenen wurden die Finger amputiert. Diese Zeremonie sollte ihren Schmerz verdeutlichen und die Geister besänftigen. Inzwischen wird der skurrile Brauch – auch aufgrund staatlicher Verbote – nur noch selten praktiziert.

5. Alte Traditionen Chinas: die hängenden Särge
In China finden Bestattungen nach alter Tradition in hängenden Särgen statt. Dieses Ritual geht auf ein Volks Namens Bo zurück, das einst im Südwesten der chinesischen Provinz Sichuan lebte und um 1600 unter mysteriösen Umständen verschwand. Dieses begrub seine Verstorbenen nicht, sondern hängte sie an den Felswänden auf. Das sollte ihnen den Weg ins Jenseits erleichtern. Zu dem Zweck wurden die Särge aus einem einzigen Baum gefertigt und an Seilen an den Klippen befestigt.

6. Die Auferstehung der Toten: Famadihana
Die Famadihana genannte Umbettung der Toten stellt auf der Insel Madagaskar eines der wichtigsten Bestattungsrituale dar. Im Gegensatz zu vielen anderen Begräbniszeremonien findet dieser Ritus erst Jahre nach der eigentlichen Beisetzung statt. Die Bewohner eines Dorfes holen ihre Toten aus den Gräbern, tanzen und feiern mit ihnen. Dadurch zollen sie den Verstorbenen Respekt und zeigen ihre Verbindung zu ihnen. Die alten Leichentücher werden ersetzt. Für die Hinterbliebenen ist diese Umsetzung ein Tag der Freude. Sie feiern sie mit einem Festessen und Live-Musik bis in die Abendstunden.

7. Feuer und Flamme: Hinduistische Feuerbestattung in Indien
Unter einer Feuerbestattung verstehen wir in Deutschland das Verbrennen des Körpers des Verstorbenen, sodass dieser in einer Urne beigesetzt werden kann. In Indien findet diese Art der Bestattung in besonderen Kremationsstätten statt – direkt an einem Flussufer. In der heiligsten Stadt im Hinduismus – Varanasi – werden jährlich Tausende Tote auf einem Scheiterhaufen am Ganges dem Feuer übergeben. Ihre Asche wird nach der Einäscherung in den Wellen verstreut.

8. Indonesiens ganz eigene Begräbniszeremonie: die Bestattung der Toraja
Eine besondere Bestattungszeremonie findet beim Volk der Toraja auf der indonesischen Insel Sulawesi statt. Während die Angehörigen des Verstorbenen das Geld für die Feierlichkeit sammeln, bewahren sie den einbalsamierten Leichnam in ihrem Haus auf. Das kann sich über mehrere Jahre hinziehen. Sind sie schlussendlich bereit, wird die Zeremonie mit einem mehrtägigen Fest begangen. Währenddessen werden zahlreiche Wasserbüffel und Schweine geschlachtet. Je größer das Ansehen des Toten war, desto mehr Opfertiere gibt es. Schlussendlich bestattet die Stammesmitglieder ihre Verblichenen in in Stein gehauene Gräber in den Felswänden.

9. Bunt und fantasievoll: In Ghana bekennen die Särge Farbe


Ein Sarg – und sei er noch so teuer – ist in Deutschland eine „einfache“ Holzkiste, ausgekleidet mit Stoff. Von außen wirkt sie wenig eindrucksvoll. Ganz anders sieht es bei den fantasievollen Särgen in Ghana aus. Die Sargbauer erschaffen für die Verstorbenen wahre Kunstwerke, individuell gestaltet und bunt lackiert. Jeder Sarg ist ein Unikat und symbolisiert die größte Leidenschaft des Toten, seinen Beruf oder einen anderen Teil seines Lebens. Ob riesige Tiere, Früchte oder Flugzeuge – der Fantasie für die Ausgestaltung der Särge sind kaum Grenzen gesetzt. So viel Kreativität geht allerdings auch mit hohen Kosten einer. Wer seine Lieben in einem bunten Sarg bestatten möchte, muss umgerechnet mindestens 400 US-Dollar zahlen. Das entspricht in Ghana einem durchschnittlichen Jahreseinkommen.

10. Dem Himmel ganz nah: Traditionelle buddhistische Himmelsbestattungen in Tibet
Eine Himmelsbestattung klingt für christliche Ohren nach einem schönen Ritual, das die Nähe zu Gott verdeutlichen soll. In Tibet sieht die Zeremonie für Außenstehende barbarischer aus. Sie sieht vor, dass die Bestatter den Verstorbenen zerteilen und seine Überreste den Geiern überlassen. Früher auch in Indien und der Mongolei praktiziert, symbolisiert die Himmelsbestattung einen zentralen Punkt im buddhistischen Glauben: den Übergang in das nächste Leben. Durch rituelle Lesungen aus dem Tibetanischen Buch der Toten kann die Seele dem Glauben nach vom Körper getrennt werden. Sie befindet sich anschließend auf dem Weg zur Reinkarnation.

Fazit: Ob christliche, hinduistische oder muslimische Bestattung – damit die Toten ein stilvolles Begräbnis erhalten, verschaffen sich viele Hinterbliebene zunächst einen Überblick über die Bestattungskosten.