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„Die letzte Chance“ - Görlitz fasst Finanzierungsbeschluss für Sanierung der Stadthalle

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Die Görlitzer Stadthalle wird für fast 51 Millionen Euro saniert. Dazu gehört auch ein moderner Anbau. Der Stadtrat stimmte am Abend mit großer Mehrheit der Finanzierung  und dem Betriebskonzept zu. Görlitz wird nun Förderantrag stellen. Motor Görlitz/Grüne und Linke stimmten dagegen.

Bund und Land haben einen Zuschuss von insgesamt 45,6 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Bürgermeister Benedikt Hummel rechnet im noch in diesem Jahr mit der Baugenehmigung und im Frühjahr nächsten Jahres mit dem Förderbescheid.  2025 könnte dann mit der Sanierung begonnen werden. Zu einem Eröffnungstermin wollte er im Stadtrat aber noch keine Aussage treffen. Uns sagte er: „Wir gehen von einer Bauzeit von drei bis vier Jahren aus. Da kann man sich ungefähr vorstellen, wo man rauskommt.“

„Stadthalle wird wieder Mittelpunkt der Stadtgesellschaft“

Die über 100 Jahre alte Stadthalle soll zum multifunktionalen Veranstaltungshaus entwickelt werden, zum Kongress- und Konzertzentrum. Sie sei eine Chance für die weitere  Stadtentwicklung.  „Die Stadthalle wird wieder Mittelpunkt der Stadtgesellschaft sein. Wir können dann viele Veranstaltungsformate abbilden. Damit werden wir neue Menschen in die Stadt bekommen“, sagte Hummel. 

Motor Görlitz und Linke mit Bedenken

Bedenken äußerten Motor Görlitz und Linke. Sie hatten hauptsächlich Fragen nach der Finanzierung, ob sie tatsächlich gesichert sei, auch für die Betreibung der Halle. „Da sind erhebliche Millionenbeträge aus der Stadtkasse zu begleichen. Wir haben ab 2025 keine Rücklagen mehr. Es ist unklar, woher wir das Geld nehmen“, so Motor-Stadtrat Mike Altmann.  Außerdem beklagte er fehlende Marktanalysen für den Betrieb der Halle.

Leidenschaftliche Plädoyers für die Halle

Stadträte der anderen Fraktionen plädierten – auch leidenschaftlich – für das Millionenprojekt.  „Jetzt haben wir die Chance. Ich glaube nicht daran, dass wir eine weitere bekommen. Wir müssen sie deshalb ergreifen“, wandte sich Oberbürgermeister Octavian Ursu an den Stadtrat.

Die Halle ist seit 2005 geschlossen.  In den vergangenen Jahren wurde der Jugendstilbau  gesichert. Er drohte einzustürzen. Der Große Saal ist mit 1.000 Plätzen der größte Veranstaltungssaal zwischen Dresden und Breslau. Seit 2019 kann der Kleine Saal wieder genutzt werden - allerdings nur mit Einschränkungen, es gibt keine Heizung.

Audio:

Bürgermeister Benedikt Hummel
Stadtrat Mike Altmann, Fraktion Motor Görlitz/Bündnis-Grüne
Anneliese Karst, Vorstandsmitglied des Stadthallen-Fördervereins, und Thomas Leder, ehemaliger Stadtrat und langjähriger Kämpfer für die Stadthalle, auch "Mister Stadthalle" genannt .
Knut-Michael Kunoth