Die Sage vom Görlitzer Klötzelmönch
In Görlitz erzählt man sich die Sage von einem Mönch, der unüberhörbar im Franziskanerkloster umherging. Eines Tages kehrten zwei Wanderburschen ein. Sie nahmen an der Andacht teil, schliefen aber während der Messe ein.
Zu mittelalterlichen Stunde wurden sie durch ein Geklapper aufgeschreckt. Ein Mönch mit Holzpantinen – von den Görlitzern Klötzel genannt – zog einen leblosen Frauenkörper hinter sich her. Sie sahen, wie er im flackernden Kerzenlicht den Leichnam in einer Gruft verschwinden ließ.
Am darauffolgenden Morgen liefen die Wanderburschen zum Görlitzer Rathaus und schilderten, was sie gesehen hatten. Die Ratsherren überließen es den Mönchen, über ihren schlimmen Bruder zu richten. Ihr Urteil: Er soll so lange in Zwiesprache mit Gott gehen, bis er gesühnt habe. Er wurde bei lebendigem Leib eingemauert.
An die Sage erinnert ein steinerner Frauenkopf an der Fleischerstraße. Der Blick geht hinauf zur Kirche der Franziskanermönche. Es soll die Mutter von der ermordeten jungen Frau sein. Sie hält Ausschau nach ihrer Tochter.
Am oberen Ende der Fleischerstraße ragt ein steinerner Kopf mit hässlichem Antlitz aus einer Fensternische, der böse Klötzelmönch.
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