Diskussion zu Ukraine-Krieg in Görlitz
In Görlitz haben am Abend rund 120 Frauen und Männer über Aspekte der Sicherheitspolitik in Europa diskutiert. Eingeladen dazu hatte die Münchener Sicherheitskonferenz mit ihrer Reihe „Zeitenwende on tour“. Im Fokus des mitunter kontroversen Meinungsaustauschs stand der Ukraine-Krieg.
Diskussion „zu Angst argumentativ“
Ein 67-Jähriger kritisierte, dass die Ursache für den Konflikt nicht genügend beleuchtet werde. Er könne den Nato-Sprech nicht mehr hören. Ein Dresdner fand, dass die Ukraine alles bekommen müsse, was sie brauche. Intendant und Gastgeber der Runde, Daniel Morgenroth, bezeichnete die Diskussion als „zu Angst argumentativ“. Sein Wunsch sei, dass mit einer neu aufgestellten UNO eine Sicherheitsarchitektur geschaffen werde, damit keine neuen Waffen mehr nötig seien.
Mit der Veranstaltung tourt die Münchener Sicherheitskonferenz durch Deutschland. „Wir wollen nicht nur im Kreis der Politiker diskutieren, sondern auch zu den Menschen im Land gehen und Argumente austauschen, also nicht nur im Bayrischen Hof darüber reden, sondern zum Beispiel auch im Theater in Görlitz“, so Nico Lange, Senior Fellow der Münchener Sicherheitskonferenz.
„Deutschland muss wehrhafter werden“
Die Gäste hatten viele Fragen: Was heißt Kriegstüchtigkeit? Wie ist das Kräfteverhältnis zwischen Nato und Russland tatsächlich und wie die Nato aufgestellt? Wollte ein Löbauer wissen. Ebenfalls ein Löbauer, 78 Jahre alt, stellte die generelle Frage, wie der Konflikt gelöst werden kann. Und eine Görlitzerin: Werden wir ein Ende des Ukraine-Krieg erleben? Auf die Frage nach der Abwehr von hybriden Attacken antworte Lange: Deutschland müsse wehrhafter werden.
Der Görlitzer Oberbürgermeister Octavian Ursu, ein gebürtiger Rumäne, seit 1989 in Deutschland, verwies auf die Präsidentschaftswahl im vergangenen Jahr in seiner alten Heimat und auf den massiven Einfluss Russlands.
Zu Meinungen, Deutschland sollte sich nicht einmischen in den Krieg, sagte Lange: „Wenn wir sagen, wir wollen nicht mehr tun, dann droht eine jahrelange Zerstörung der Ukraine. Putin will die Ordnung in Europa fundamental verändern.“