Domowina und AfD kritisieren Berufsschulnetzplan

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Es gibt Kritik am Entwurf zum sächsischen Berufsschulnetzplan. Die Domowina  ist gegen die geplante Streichung von Ausbildungszweigen am Berufsschulzentrum Bautzen. Domowina-Chef Dawid Statnik forderte den Verbleib der Bäckerausbildung sowie weiterer handwerklicher Berufe am Standort. Das Handwerk lebe wie das Sorbische von der Nähe zum Leben vor Ort. So seien auch  Bäckereien lokale Sprachräume. Der Entwurf wurde gestern vom Kultusministerium zur Anhörung freigegeben.

Die Argumentation des Ministeriums überzeuge nicht. "Im laufenden Jahr gab es laut seinem Bericht zehn Aufnahmen zur Ausbildung fürs Bäckerhandwerk in Bautzen, fünf in Görlitz. Auch 2014 war das Verhältnis ähnlich: Zwölf in Bautzen, fünf in Görlitz. Der Verweis, dass es in Görlitz ,in der Regel mehr Aufnahmen‘ gab als in Bautzen, ist für uns kein hinreichend schlüssiges Argument, die entsprechende Ausbildung in Bautzen gänzlich zu streichen", so Statnik. 

"Ausbildungskahlschlag" in Bautzen

Kritik am am Berufsschulnetzplan kommt auch von der AfD. „Der neue Entwurf ist eine große Enttäuschung für den Bildungsstandort Bautzen. Nach dem derzeitigen Stand soll zukünftig die Ausbildung der Bäcker, der Fachverkäufer im Lebensmittelhandwerk, der Köche sowie die Ausbildung der Fachkräfte im Gastgewerbe in Görlitz stattfinden", so Landtagsabgeordneter Frank Peschel.
 
Der Ausbildungsberuf Friseur werde ebenfalls nicht mehr in Bautzen angeboten. "Das BSZ
Bautzen steht für den Aufnahmejahrgang 2021/2022 nicht mehr zur Verfügung. Und dass,
obwohl seit 2010 in Bautzen mehr Friseure ausgebildete wurden, als in Görlitz."

Mit Blick darauf, dass künftig Bankkaufleute in Dresden und nicht mehr in Bautzen ausgebildet werden sollen, sprach Peschel von einer "Bankrotterklärung an den ländlichen Raum".