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Drei Jahre Haft für Hochstapler von Großpostwitz

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Ein Hochstapler und Betrüger aus Großpostwitz ist zu drei Jahren Gefängnis verurteilt worden. Das Amtsgericht Bautzen blieb damit ein halbes Jahr unter der Forderung der Staatsanwaltschaft. Es ordnete außerdem die Einziehung von rund 15.000 Euro an.

Der Angeklagte hatte sich sich angeblich als krebskrank im Endstadium auf Palliativstationen von Kliniken, zum Beispiel in Weißwasser und Mainz,  einweisen lassen. Er gab sich als Doktor, Betreuer und Richter aus. Damit kam er nicht nur an Opiate, um seine Drogensucht zu befriedigen.  Er hatte auch für ein paar Wochen eine gute Rund-um-Versorgung – auf Kosten der Krankenkassen, so Amtsrichter Dirk Hertle.  Er habe nach Anerkennung gestrebt und sie damit erhalten.

Der Verteidiger forderte in einem leidenschaftlichen Plädoyer einen Freispruch für den 41-Jährige.  Sein Mandant habe nicht anders gekonnt, er sei krank und könne deshalb nicht bestraft werden.

Der Gutachter attestierte dem Großpostwitzer eine Persönlichkeitsstörung, Für  den Psychiater ergab sich das Bild „eines präzisen und gewissenhaften, möglicherweise überdurchschnittlich intelligenten Menschen“.   Fazit: Der Angeklagte  sei stark drogensüchtig, aber nicht psychisch krank.

Für die Unterbringung in der Psychiatrie sah das Gericht deshalb keinen Grund. „Die Steuerungsfähigkeit des Angeklagten war eingeschränkt, nicht aber die Schuldfähigkeit“.  Die Gesellschaft müsse sich nach  seiner Entlassung aus dem Strafvollzug aber um ihn kümmern, so der Richter. Eine Therapie sei nötig. Er sprach von einem außergewöhnlichen Fall mit außergewöhnlichen Taten. Dem Angeklagten riet er: „Schreiben Sie ein Buch!“.