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Drogen mit Minzbonbons in JVA Bautzen geschmuggelt - Englischlehrer verurteilt

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Ein Englischlehrer hat für einen Gefangenen Crystal und Marihuana in die JVA Bautzen geschmuggelt. Damit er unauffällig durch die Sicherheitskontrolle kam, mischte er Minzbonbons unter die Drogen. Beim dritten Mal wurde er erwischt.  Heute fiel das Urteil am Amtsgericht Bautzen: Zehn Monate auf Bewährung und  300 Arbeitsstunden. Der Angeklagte muss außerdem 2.500 Euro an einen gemeinnützigen Verein zahlen. Er gestand. Sein Motiv blieb aber nebulös.  

„Mein Lieblingslehrer, kannst du mir was mitbringen“

Er sei von einem Insassen, der bei ihm einen Englischkurs belegte,  dazu gedrängt  worden, gab der Angeklagte an.  Der Gefangene habe ihm einen Zettel zugesteckt, auf dem sinngemäß gestanden haben soll: „Mein Lieblingslehrer, kannst du mir was mitbringen“. Weshalb er sich zu diesem Zeitpunkt nicht dem Anstaltsleiter anvertraute, konnte der 53-Jährige nicht schlüssig beantworten. Er habe sich breitschlagen lassen, auch aus Angst vor Konsequenzen, wenn er sich geweigert hätte. Hätte er sich dem JVA-Chef offenbart, wäre er seinen Job losgeworden. Seiner Argumentation konnte die Richterin nicht folgen.

Englischlehrer droht Perspektivwechsel

Um die Drogen abzuholen, fuhr der Angeklagte auf eigene Kosten nach Dresden und Putzkau. Angeblich bekam er keinen Euro für den Drogentransfer. Das glaubte ihm der Staatsanwalt nicht, hatte aber auch keine Beweise dafür. Die Richterin folgte weitgehend seinem Strafantrag.    Der Verteidiger bat um eine milde Strafe. Sein Mandant habe eine Dummheit begangen.

Sollte der Verurteilte sich in den nächsten zweieinhalb Jahren etwas zu Schulden kommen lassen, droht ihm der Perspektivwechsel. Dann muss der Lehrer einziehen und  seine Strafe absitzen. 20 Jahre brachte er Gefangenen in der JVA Bautzen Englisch bei. Sein Job dort ist er inzwischen los.