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Drogenprozess in Görlitz geplatzt

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Die Vorwürfe wiegen schwer. Sie sollen in Görlitz mit Drogen gehandelt haben und ein dritter Angeklagter an einer Schlägerei auf dem Marienplatz beteiligt gewesen sein. Heute sollte ihnen der Prozess gemacht werden. Doch daraus wurde nichts. Zwei Angeklagte waren nicht erschienen. Prozess geplatzt!

„Kann nicht kommen, Frau bekommt Kind“

Der Palästinenser Salem R. ließ über seinen Anwalt ausrichten: „Kann nicht kommen, bin im Kreißsaal, meine Frau bekommt ein Kind“. Der Afghane Jafar S. meldete sich erst gar nicht.  Sein Anwalt zuckte mit den Schultern: „Keine Ahnung, ob er sich noch in Deutschland aufhält“. Nur der Dritte im Bunde erschien zur Verhandlung - gezwungenermaßen. Er saß bis heute in Untersuchungshaft. Der kleine Palästinenser mit dem Kindergesicht soll einen schwunghaften Drogenhandel betrieben haben. Den Ermittlungen zufolge kaufte er 21 Mal in Berlin mindestens je fünf Kilo Marihuana und vertickte die Drogen in Görlitz.

„Alles wieder auf Null“

Richter Hauke Hinrichs entschied angesichts der halbleeren Anklagebank: „Alles wieder auf Null“. Das Verfahren wird ausgesetzt, ein neuer Prozesstermin bestimmt und das Verfahren gegen einen der fehlenden Angeklagten abgetrennt. Außerdem setzte der den Haftbefehl gegen den einzigen anwesenden Angeklagten außer Vollzug – mit der Auflage, dass er sich einmal die Woche bei der Polizei meldet. „Versprochen“, freute sich der 20-Jährige.

Wann der Prozess neu startet, steht noch nicht fest.