Drogenprozess in Görlitz nach 90 Minuten geplatzt
Nur eineinhalb Stunden hat der Prozess gegen einen mutmaßlichen Drogenhändler gedauert, dann setzte der Görlitzer Amtsrichter Uwe Kühnhold das Verfahren wieder auf Anfang. Der Fall muss neu aufgerollt werden. Zwei Zeugen fehlten. Einen Deal des Verteidigers - Strafrabatt gegen Geständnis – (im Juristendeutsch: Rechtsgespräch mit Ziel einer Verständigung) lehnte das Gericht ab. So wird es nun zu einer umfangreichen Beweisaufnahme kommen. Einen kleinen Vorgeschmack gab Anwalt Michael Sturm schon bei der Vernehmung des ersten Zeugen, eines Polizeibeamten.
Der Angeklagte soll an Konsumenten in und um Görlitz Haschisch, Marihuana und Kokain verkauft und so teilweise seinen Lebensunterhalt finanziert haben. Der 25-Jährige wurde offenbar von einem anderen verraten. Einen Termin für den neuen Prozess gibt es noch nicht. Nach der Strafprozessordnung muss ein Verfahren nach mehr als drei Wochen Unterbrechung neu aufgerollt werden.