Dynamo bezieht Stellung zu Vorfällen beim Auswärtsspiel gegen St. Pauli
Dynamo Dresden hat am Mittwoch Stellung bezogen zu den Vorfällen rund um das Zweitliga-Auswärtsspiel beim FC St. Pauli am vergangenen Freitag. An der ersten Auswertung war neben der Geschäftsführung, dem Sicherheitsbeauftragten, der Abteilung Organisation und Sicherheit auch die Fanabteilung der SGD beteiligt.
„Wir haben die vergangenen Tage für eine erste intensive Analyse genutzt, um ein möglichst genaues Bild von den Ereignissen zu zeichnen, die sich am Freitagabend im Millerntor-Stadion und außerhalb zugetragen haben. Aus unserer Aufarbeitung geht auch hervor, dass die Vorfälle erst dadurchmöglich waren, weil zu keinem Zeitpunkt eine taugliche Fantrennung unter Berücksichtigung der besonderen Rivalität beider Anhängerschaften zu erkennen war. Hier stellen wir ganz klar ein organisatorisches Versäumnis unter Berücksichtigung aller sicherheitsrelevanten Punkte des Gastgebers fest“, sagte Dynamos kaufmännischer Geschäftsführer Michael Born.
In der Auswertung wurden mehrere Ereignisse festgestellt. So muss unter anderem die mangelhafte Trennung der Fanlager erwähnt werden. So bestand eine Pufferzone lediglich aus zwei Sitzreihen und einem Absperrband. Aus dem Bereich über dem Gästeblock wurden zum Teil übel riechende Getränkebecher sowie Gegenstände wie Feuerzeuge auf Dynamofans im Gästeblock geworfen. Der Ordnungsdienst hatte dieses Werfen von Gegenständen aus dem Oberrang nicht unterbunden.
Dynamo erklärt aber auch, dass dies keine Rechtfertigung ist, gewalttätig zu werden. Etwa 30 Personen aus dem Gästeblock waren aufgrund der Provokationen in den Oberrang gelangt und haben dort massive Gewalt gegen Ordnungskräfte und Polizei andewandt. Dabei wurden 13 Personen verletzt, vier mussten ins Krankenhaus. „Wir verurteilen jegliche Form von Gewalt und distanzieren uns ganz klar von den Personen, die unmittelbar nach dem Auswärtsspiel beim FC St. Pauli Menschen mit massiver körperlicher Gewalt angegriffen haben. Um es ganz deutlich zu sagen: Dafür kann es keine Rechtfertigung und auch keine Entschuldigung geben. Menschen, die die Gesundheit von anderen so rücksichtslos aufs Spiel setzen, haben in unserer Sportgemeinschaft nichts verloren. Sobald die entsprechenden Personen durch die Ermittlungsbehörden identifiziert werden konnten, werden wir beim Heimverein auf die Aussprache von Stadionverboten hinwirken und zu erwartende Strafen in der neu gegründeten ‚Kommission Strafumlegung‘ mit aller Schärfe behandeln. Wir wünschen allen Verletzten und Betroffenen auch auf diesem Wege nochmals von Herzen gute Besserung“, so Born in der Mitteilung am Mittwoch.
Neben den Vorfällen im Stadion fehlte es auch außerhalb an nötigen Kontrollen, die eine sichere Abreise der Dresdner Fans gewährleistete.Es kam zu gewalttäigen Übergriffen auf Dynamofans auf dem offiziell ausgewiesenen Parkplatz.
Die komplette Stellungnahme der SGD gibt es hier: Stellungnahme Dynamo
