Ein „Wunder“ bei Landskron Görlitz
Die Brauereien in der Lausitz machen schwere Zeiten durch. Durch die beiden Lockdowns ist vor allem der Absatz von Fassbier für die Gastronomie eingebrochen. Landskron Görlitz beklagt einen Rückgang von rund 60 Prozent. Die Brau-Manufaktur konnte jedoch die Lücke kompensieren, und zwar mit einem verstärkten Verkauf von Flaschenbier. So wurden im vergangenen Jahr 162.000 Hektoliter Bier gebraut. Damit konnte Landskron an das Ergebnis von 2019 anknüpfen.
Geschäftsführer Uwe Köhler spricht von einem Wunder. Er schaut auf die Absatzkurve im vergangenen Jahr. Der erste Lockdown im Frühjahr. Kneipen und Hotels mussten zumachen. Klopapier, Nudeln und Mehl waren im Handumdrehen ausverkauft, nicht aber Bier. „Das stockte auf einmal der Absatz.“ Vor allem der Fassbierabsatz brach ein - um bis zu 60 Prozent. Im Sommer zog dann das Geschäft wieder an. Besonders der Flaschenbierabsatz stieg, staunt Köhler.
Köhler hofft, dass die Gastronomie bald wieder öffnen darf. Derzeit sind rund 20 Beschäftigte noch in Kurzarbeit. Das ist etwa jeder Fünfte aus der Belegschaft.
Landskron setzt künftig auch auf alkoholreduzierte und alkoholfreie Getränke. Neu im Sortiment sind zwei hochprozentige Spirituosen – ein Hopfengeist und ein Bierbrand. Und Köhler kündigt an: „Wir werden in diesem Jahr mit mehreren Obstlersorten nachziehen.“
Die gezwungenermaßen veranstaltungsfreie Zeit nutzen die Görlitzer Brauer. Sie investieren in die 20 Jahre alte Kulturbrauerei. Es wird saniert und modernisiert. „Weitere Bereiche werden erschlossen. Wir wollen unseren Besuchern ab April nächsten Jahres ein ganz neues kulturelles Zentrum anbieten.“
Neu ist auch er: Andreas Faustmann. Der gebürtiger Cottbuser hat als Braumeister angeheuert. Er war acht Jahre bei Oettinger. Faustmann wird gemeinsam mit Heiko Hänisch die Produktion leiten.