Einbrecher zeigt Görlitzer Richter dicken Daumen
Ein Blitzeinbrecher hat dem Görlitzer Richter den dicken Daumen gezeigt. Der Pole sollte heute zu seinem Prozess erscheinen. Er blieb der Verhandlung fern. Der andere Angeklagte kam. Es blieb ihm auch nichts anderes übrig. Denn anders als sein Komplize sitzt der 33-Jährige – ebenfalls ein Pole – weiter in Untersuchungshaft. Er wurde am Vormittag in Handschellen in den Verhandlungssaal im Landgericht Görlitz geführt.
Der gelernte Kfz-Mechaniker gestand die Taten. Er hatte sich im vergangenen November mit einem Bekannten aus dem Knast in einer Spielhalle in Zgorzelec getroffen. Er trank einen halben Liter Wodka und nahm Crystal. Dann zogen sie los zum Görlitzer Postplatz. Dort zertrümmerten sie die Eingangstür eines Telefonladens mit einer Axt – ebenso die Vitrinen.
Ihre Beute - zehn Handys - teilten sie auf. Der Angeklagte verhökerte die Telefone im Internet für umgerechnet 500 Euro. Davon kaufte er einen Polo. Wenige Tage später fuhren er und der Mitangeklagte nach Görlitz. Mit dem Auto rammten sie die Tür eines Handy-Geschäfts am Marktkauf auf.
Auf der Flucht versuchten sie, die Polizei abzuschütteln. In Wasserkretscham rasten sie über einen Nagelgurt. Beide flüchteten weiter zu Fuß. Der zu seinem Prozess nicht erschienene Angeklagte soll ein Auto angehalten, die Fahrerin mit einer Holzlatte bedroht und sie so gezwungen haben, ihn mitzunehmen. Die Frau hatte Glück, ihr kam eine Zollstreife entgegen. Sie gab Lichthupe, daraufhin sprang der Einbrecher aus ihrem Auto. Er konnte wenig später festgenommen werden – wie auch sein Komplize, der es bis vor ein Altersheim in Weißenberg geschafft hatte. Dann übermannte ihn der Schlaf.
Der Prozess wird fortgesetzt.