Eine Auszeichnung ohne Grund zur Freude
Das Pustelschwein ist das „Zootier des Jahres 2022“. Dafür hat sich auch der Görlitzer Naturschutztierpark stark gemacht. Doch Grund zur Freude gibt es nicht.
Die in Südostasien lebende Schweineart ist aktuell schwer bedroht. Ihr Lebensraum werde zum Beispiel durch illegale Abholzung und die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest immer mehr eingeschränkt. Mit der symbolischen Auszeichnung soll nun auf die prekäre Lage der Tiere aufmerksam gemacht werden. „Wir müssen mit den Behörden, Wissenschaftlern und Entscheidungsträgern unbedingt zeitnah praktikablen Lösungen suchen, damit die wertvollen Zuchtbestände nicht radikalen Maßnahmen zum Opfer fallen.“, erklärt die Görlitzer Tierärztin und Artenschutzbeauftragte Dr. Viktoria Michel.
Pustelschweine verdanken ihren Namen drei Paar pustelartigen Schwellungen im Gesicht. In Regionen, in denen wilde Schweinearten vorkommen, zählen die Allesfresser zu den ökologischen Schlüsselarten.
Die Kampagne „Zootier des Jahres“ wurde 2016 vom Naturschutztierpark zusammen mit der Zoologischen Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz e.V. ins Leben gerufen und will jedes Jahr bedrohte Tierarten ins Licht der Öffentlichkeit rücken.