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Eine Brücke „auf einem Bein“ über das Bautzener Spreetal

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Die aktuelle Variante für die Fußgängerbrücke über das Bautzener Spreetal ist heute dem Stadtrat vorgestellt worden. Die 120 Meter lange, drei Meter breite Verbindung soll ebenerdig vom Protschenberg mit einer Steigung von drei Prozent (Höhenunterschied 2,50 Meter)  direkt zum Langhaus auf der Ortenburgseite führen und damit zur Altstadt.  Durch die asymmetrische Stahlkonstruktion würden die Lasten so verteilt, dass nur ein Stützpfeiler auf dem felsigen Grund der Protschenbergseite nötig sei, sagte Boris Reyher vom Ingenieurbüro „Schlaich Bergermann Partner“. Damit könnten die Lasten auf der Burgseite verringert werden.  Fußgänger hätten aus rund 40 Meter Höhe freie Sicht, also einen unverstellten Blick auf das Spreetal. Die Brücke füge sich in das Stadtbild ein, ohne störend zu wirken.

Test im Windkanal

Die Entwurfsplanung wird fortgesetzt. So stehen  u.a. Baugrunduntersuchungen auf der Ortenburgseite an. Eine Beleuchtungsstudie soll erstellt werden. Das Brückenmodell muss außerdem in den Windkanal. Bis Ende August will das Berliner Ingenieurbüro aussagekräftige Ergebnisse vorlegen. Damit wird eine seriöse Kostenschätzung möglich. Sie ist Grundlage für einen Stadtratsbeschluss zu einem Bürgerentscheid. Sollte das Votum dafür ausfallen, könnten die Bautzener im nächsten Jahr befragt werden, ob sie die Brücke wollen.

Finanzierung aus den „Kohle-Millionen“

Bautzen will sich das „ neue Tor zur Altstadt“  maßgeblich aus den „Kohle-Millionen“ bezahlen lassen, also mit Geld, das für den Strukturwandel in der Lausitz vorgesehen ist.  Bei einer Zusage hätte die Stadt nur zehn  Prozent der Kosten zu tragen. Oberbürgermeister Alexander Ahrens geht davon aus, dass es mit der Finanzierung klappen wird. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer habe bereits seine Unterstützung zugesagt. Auch den Denkmalschutz sieht der OB auf seiner Seite. „Auch der Naturschutz wurde in die Vorplanung eingebunden. Da finden seit längerem enge Abstimmungen statt.“

Bautzener sollen entscheiden

In das Brückenprojekt sollen zwei Gebäude auf der Ortenburgseite einbezogen werden: das Langhaus und der  Burgwasserturm. Sie gehören dem Land. Beide Gebäude stehen unter Denkmalschutz. Sie   müssten saniert bzw. restauriert werden.

Wenn die Bautzener im Bürgerentscheid für die Brücke stimmen sollten, könnte nach Einschätzung der Stadt frühestens im Oktober 2025  mit dem Bau begonnen werden.  Bauzeit: rund zwei Jahre.      

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Reporter Knut-Michael Kunoth