- Elektrisiermaschine, Baujahr 1783. Damit wurden damals Schmerzen gelindert und auch Krankheiten geheilt. Sie steht im Physikalischen Kabinett in Görlitz.
Eine Elektrisiermaschine in Görlitz und ihre Geschichte
Stellen Sie sich vor, es ist das Jahr 1790. In einem kleinen Dorf in der Oberlausitz knistert es. Nein, kein Gewitter. Dort steht eine Maschine, die Blitze zähmt, um Schmerzen zu lindern. Ein Vorläufer moderner Medizin, direkt aus London importiert.
Es ist eine medizinische Sensation des 18. Jahrhundert, die im Physikalischen Kabinett in Görlitz gezeigt wird: Eine Elektrisiermaschine. Gebaut 1783 in London, stand sie bei Adolf Traugott von Gersdorff, der als Universalgelehrter der Oberlausitz gilt.
Kunsthistoriker Kai Wenzel weiß mehr:
„Was wir hier sehen, kann man als eines der ersten Reizstromgeräte der Welt bezeichnen. Eine Maschine, speziell entwickelt, um mit Elektrizität Krankheiten zu behandeln. Man dreht an der Kurbel, der Glaszylinder rotiert, und die entstehende elektrostatische Ladung wird über Metallarme direkt in den Körper geleitet.“
Von Gersdorff behandelte mit der Elektrisiermaschine seine Familie und Dorfbewohner . Dabei führte er streng Buch. Ein Viertel der Patienten, die etwa über Entzündungen oder Krampferscheinungen klagten, soll er geheilt haben. Dagegen schwere Krankheiten nicht.
Wenn Sie mehr wissen wollen, besuchen Sie das Physikalische Kabinett im Barockhaus Neißstraße 30 in Görlitz.
