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Ellbogen, Engelchen und eine Disko-Oma auf dem Neiße Filmfestival

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Das Neiße Filmfestival geht in der 21. Ausgabe mit 100 Streifen in drei Wettbewerben und verschiedenen Filmreihen an den Start.  Sie sollen ein Spiegelbild des Filmschaffens in Deutschland, Tschechien und Polen sein.

Die Fokus-Reihe steht diesmal unter dem Titel „Female Perscektives“, also Frauenperspektiven, mit Produktionen aus Deutschland, Tschechien und der Slowakei. Helke Misselwitz erzählt in „Engelchen“ von Ramona, einer jungen Frau, die in Berlin-Ostkreuz lebt und sich in einen polnischen Zigarettenschmuggler verliebt.  Der Film, in dem auch Ben Becker und Ulrich Mühe mitspielen, wurde Mitte der 1990er Jahre gedreht.

Eröffnet wird das Neiße Filmfestival am 14. Mai im Gerhart-Hauptmann-Theater Zittau  mit „Ellbogen“ von Asli Özarslan. Er zeichnet das Porträt einer jungen Frau, die einen hohen Preis zahlt, um sich – wie es heißt – von den Projektionen der Gesellschaft zu befreien.

Im Hauptwettbewerb konkurrieren wieder die besten Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilme. Die Preise – die zehn „Neiße Fische“  - werden am 18.  Mai im Kühlhaus in Görlitz verschiedenen Kategorien vergeben.  Ausgelobt werden Preisgelder von  insgesamt meh als 25.000  Euro.

Das Neiße Filmfestival findet diesmal an 11 Orten und 19 Kinos in der Oberlausitz, Polen und Tschechien statt, so u.a. in Görlitz und Zgorzelec, Zittau und Liberec, Ebersbach und Varnsdorf  sowie Bautzen und Weißwasser. Nicht mit dabei sind Rumburk und Grottau (Hradek n.N.)  in Tschechien.  Zwischen den Festivalorten Zittau, Großhennersdorf und Mittelherwigsdorf verkehrt ein Busshuttle.

Mein Filmtipp  ist Vika“, das Porträt einer 85-jährigen DJ-Oma aus Polen. Sie erinnert an Disco-Lenchen aus Görlitz, die rüstige „Schallplatteneinunterhalterin“, die noch im hohen Alter z.B. im Dicken Turm und im „Schwibbogen“  heiße Scheiben spielte. Das Festival wird umrahmt von Konzerten, Puppentheater und  einer Ausstellung im Kunstbauerkino Großhennersdorf.

 Die Festival-Macher wollen die Präsenz der Reihe in Polen und Tschechien ausbauen. Sinn würden auch Angebote für das Fachpublikum machen, so zum Beispiel für Studenten von Filmhochschule, wünscht sich Festival-Leiterin Ola Staszel. „Wir wollen auch mehr in die Schulen – in allen drei Ländern. Denkbar wäre ein spezieller Jugendpreis“, ergänzt sie. Aber die Umsetzung der Ideen ist vor allem eine Frage des Geldes. Das Neiße Filmfestival wird u.a. vom Land Sachsen und der Mitteldeutschen Medienförderung finanziell unterstützt sowie  von öffentlichen und privaten Sponsoren aus dem Zittauer Dreiländereck. In diesem Jahr steht ein Budget von 460.000 Euro zur Verfügung, so wie im vergangenen Jahr.

Das komplette Festivalprogramm: www.neissefilmfestival.net

Audio:

Knut-Michael Kunoth im Gespräch mit Festival-Leiterin Ola Staszel