Eltern fordern von Krankenhaus Weißwasser 450.000 Euro Schmerzensgeld
Eltern haben das Kreiskrankenhaus Weißwasser auf 450.000 Euro Schmerzensgeld verklagt, außerdem auf künftigen Verdienstausfall und Pflegekosten. Dabei geht es um die Geburt ihres Sohns. Der heute Fünfjährige hat durch Sauerstoffmangel schwere Hirnschäden erlitten. Das vor der Geburt gesunde Kind musste nach der Geburt reanimiert werden. Der Fall wird derzeit vor dem Landgericht Görlitz verhandelt. Verklagt wurden der behandelnde Arzt und eine Hebamme.
Die Beklagten wollten keine Stellungnahme zu den Vorwürfen beziehen – auch die Krankenhausleitung nicht. Auskunft gab uns dagegen der Anwalt der Eltern. Wir sprachen mit Friedemann Matthieu. Das Interview können Sie hier auf der Seite hören.
Zitate aus der Gerichtsverhandlung:
Der Arzt: „Es war mein erster und letzter Einsatz im Krankenhaus. Ich war zwei Stunden vor meinem Dienst da, um Personal und Haus kennenzulernen! Die Übergabe durch den Chefarzt war lückenhaft. Er hat mich nicht darüber informiert, dass ein besonders schweres Kind zur Welt kommen wird“. Weiter sagte der behandelnde Mediziner: „Es war alles neu für mich“. „Ich möchte mich bei der Familie entschuldigen“.
Die Hebamme: „Die Mutter hatte im Prinzip gar keine Hebamme, ich habe sie dann übernommen, sie war bei einer anderen Hebamme angemeldet, die aber nicht da war. “ Und: „Ich habe verantwortungsvoll gearbeitet“.
Der Vater des Kindes: „Der Arzt kam erst, als der Zustand der Mutter kritisch war. Mit uns wurde nicht über einen Kaiserschnitt gesprochen. Diese Alternative stand nicht zur Diskussion“.
Der Prozess wird am 17. Juli fortgesetzt.