• Symbolbild. Foto: Pixabay

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Endgültiges Aus für Bahnstrecke Oberoderwitz - Niedercunnersdorf

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Die Messen für die alte Bahnlinie Löbau-Zittau sind endgültig gelesen. Sie wird nicht wieder ertüchtigt. Der  Abschnitt Oberoderwitz-Niedercunnersdorf soll künftig als Radweg genutzt werden. Das beschloss gestern mehrheitlich der Kreistag Görlitz. Grundlage für die Entscheidung sind die Ergebnisse einer Machbarkeitsstudie.

Fast 28 Mio Euro für Streckenertüchtigung

Das Dresdner IVAS-Ingenieurbüro hat gerechnet und festgestellt: Eine Wiederaufnahme des Zuverkehrs rechnet sich nicht. Fast 28 Millionen Euro würde es kosten,  die 16 Kilometer lange Strecke zu ertüchtigen. Schienen müssten ausgetauscht, Brücken und Bahnübergänge saniert und die Überquerung der B 96  in Oderwitz neu errichtet werden. „Eine kurzfristige Inbetriebnahme ist nicht möglich. Umfangreiche Prüfungen wären notwendig“, so IVAS-Geschäftsinhaber Dirk Ohm. Es reiche nicht, die Gleistrasse freizuschneiden. Die Holzschwellen seien durch die Baumwurzeln zerstört worden. Ohm schätzt, das 70 Prozent der Gleise erneuert werden müssten.

Aufwand steht in keinem Verhältnis zur Fahrgastzahl

Die Betriebskosten beziffert Ohm mit reichlich zwei Millionen Euro.  Hinzu kommen 4,4 Millionen Euro  für die Verkehrsleistungen, also für das Eisenbahnunternehmen. Der Aufwand  stehe in keinem Verhältnis zur Fahrgastzahl. Auf nur 200 bis 250 Reisende pro Tag ist IVAS gekommen. Davon wären rund 100 Pendler.

Fast zehn Mio Euro Kosten für Radweg

Viel geringer sind dagegen die Kosten für einen Radweg auf der Bahntrasse. Der Machbarkeitsstudie zufolge wären das knapp 9,5 Millionen Euro. Dabei kann der Landkreis mit einer 60-prozentigen Förderung der Kosten durch das Land rechnen. Für den Unterhalt der Asphaltpiste müssten im Jahr knapp 190.000 Euro ausgegeben werden.  

Die Bahnlinie von Zittau über Oberoderwitz und Niedercunnersdorf nach Löbau wurde 1848 eröffnet. Sie ist die drittälteste Strecke in Sachsen. Im Mai 1998 fuhr der letzte Personenzug."Die Fahrzeit zwischen Zittau und Löbau über Herrnhut betrug dabei etwa 43 Minuten. Zwischen Zittau und Oberoderwitz bestand zudem ein alternierender Zweistundentakt der Eil- und Personenzüge in der Relation Zittau–Bischofswerda (–Dresden)", heißt es bei "Wikipedia".

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Reporter Knut-Michael Kunoth