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Entwarnung nach Amokalarm an mehreren Leipziger Schulen

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An mehreren Leipziger Schulen ist am Montag­vor­mittag Amokalarm ausge­löst worden. Am Morgen war eine E-Mail einge­gangen, in der mit einer Gewalttat gedroht wurde. Am Mittag konnte die Polizei aber vorläufig Entwar­nung geben. Man gehe nicht von einer Ernst­haf­tig­keit aus, hieß es. Betroffen waren nach ersten Erkennt­nissen elf Schulen, teilte die Polizei mit:- F.-A.-Brock­haus-Gymna­sium- Gymna­sium Gorki­straße- Gymna­sium Engels­dorf- Gustav-Hertz-Gymna­sium- Immanuel-Kant-Gymna­sium- Neue Nikolai­schule (Gymna­sium)- Wilhelm-Ostwald-Gymna­sium- Louise-Otto-Peters-Schule (Gymna­sium)- Robert-Schumann-Gymna­sium- Anton-Philipp-Reclam-Schule (Gymna­sium)- Thomas­schule (Gymna­sium)Verfasser nimmt Bezug zu Tod von Al-BakrEine Polizei­spre­cherin bestä­tigte einen Bericht der "Neuen Osnabrü­cker Zeitung", wonach der unbekannte Verfasser der E-Mails Bezug auf den Tod des mutma­ß­li­chen IS-Terro­risten Dschaber al-Bakr genommen habe. Dass tatsäch­lich ein Zusam­men­hang bestehe, sei jedoch unwahr­schein­lich.  Dem Bericht nach, sei die E-Mail in fehler­haftem Deutsch gewesen. Zum genauen Wortlaut wollte sich die Polizei aus ermitt­lungs­tak­ti­schen Gründen nicht äußern. Schulen wurden nicht evaku­iert - Unter­richt teilweise wieder aufge­nommenIn Absprache mit der Sächsi­schen Bildungs­agentur wurden die Schulen zunächst abgerie­gelt. Die Polizei rückte in allen Schulen an, Zimmer wurden durch­sucht. Schüler und Lehrer durften die Räume zeitweise nicht verlassen. Um eine Panik zu vermeiden, wurden die Schulen aber nicht geräumt, sagte Bildungs­agentur-Sprecher Roman Schulz. Die Kinder hätten nicht einfach alle nach Hause geschickt werden können. Am Mittag wurde der Unter­richt an einigen Schulen wieder aufge­nommen - zum Beispiel am Wilhelm-Ostwald-Gymna­sium. An anderen Schulen wurden Schüler und Lehrer am frühen Nachmittag nach Hause geschickt, so zum Beispiel an der Neuen Nikolai­schule. Jede Schule kann selbst darüber entscheiden. Besogte Eltern erhalten bei ihrer jewei­ligen Schule nähere Infor­ma­tionen. Schüler werden weiter betreutDie Polizei war auch noch bis zum Ende des Schul­tages vor Ort. Nach dem Unter­richt wurden die Schulen erneut durch­sucht, sagte Polizei­spre­cherin Maria Brauns­dorf. Gefunden wurde aber nichts. In den nächsten Tagen sollen die Lehrer das Erlebte mit ihren Schülern aufar­beiten. Einen genauen Ablauf­plan gibt es dafür laut Bildungs­agentur nicht. Jeder Schüler reagiere anders auf die Ereig­nisse. Darauf müssen die Lehrer eingehen. Im Notfall stehen auch Psycho­logen zur Verfü­gung.Polizei geht derzeit nicht von Ernst­haf­tig­keit ausOffenbar wurden bundes­weit E-Mails mit dem selben Inhalt an Schulen verschickt. Auch in Magde­burg, Osnabrück und Göttingen gingen an Schulen entspre­chende Texte ein. Die Polizei Sachsen teilte per Twitter mit: "E-Mail erreichte mehrere Schulen im Bundes­ge­biet. Gehen derzeit nicht von Ernst­haf­tig­keit aus, haben aber umfang­reiche Maßnahmen einge­leitet".