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Ermittlungen zu angeblichen Katzenfängern in Zittau und Umgebung eingestellt

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Die Zittauer Kripo hat die Akte „Katzen-Kidnapping“ zugeklappt. Für die angezeigten Entführungsfälle gebe es keine Beweise. Bei den verdächtigen Fahrzeugen handelte es sich um Paketautos – ohne Katzen an Bord. Auch angeblich aufgestellte Fallen fand die Polizei nicht.

Fast ein halbes Jahr hatte der Kriminaldienst des Polizeireviers Zittau-Oberland  ermittelt. Die Beamten gingen 14 Anzeigen zu rund 20  vermissten Katzen nach, die angeblich in  Mittelherwigsdorf, Oberseifersdorf, Dittelsdorf sowie nördlich von Zittau weggefangen wurden. Verfasser von Posts in sozialen Medien wussten es wenig später schon ganz genau: Die Katzen seien an Versuchslabore und an Rheumadeckenhersteller verkauft worden.  

Keine einzige Behauptung habe beweiskräftig unterlegt werden können, so das Fazit der Kriminalisten.  Auch jene Frau, die einem Katzenfänger hinterher gerannt sei, habe sich nicht gemeldet. Ermittlungen   in Polen und der Tschechischen Republik verliefen ebenfalls ergebnislos. Aus den Regionen Reichenberg (Liberec) und Reichenau (Bogatynia) lagen der Polizei Anzeigen über vermisste Katzen vor. Die Polizei versichert: „Alle Register wurden gezogen.“ Die Akte mit dem Vermerk „Unbekannt“ wird nun an die Staatsanwaltschaft zur Bewertung vorgelegt.

Fragen bleiben jedoch. Was ist mit den Tieren geschehen? Kamen sie bei Unfällen ums Leben? „Ob die ein oder andere Katze diesem zum Opfer fiel, ist leider auch nicht ermittelbar gewesen. Hinweise in diese Richtung sind jedenfalls nicht gemeldet worden“, so die Polizei. Oder wurden die Katzen von Raubtieren verschleppt? Wenig wahrscheinlich.

Übrigens: Durch die multimediale Verbreitung des Falls im Internet sprangen Trittbrettfahrer auf. Auf Suchanzeigen der Katzenbesitzer meldete sich ein Institut mit dem Namen „Tierkommunikation“ mit Sitz im Ausland. Es versprach Frauchen bzw. Herrchen, den Kontakt zu den Tieren herzustellen, natürlich gegen Geld. Sie sollten den Betrag auf ein Online-Konto überweisen.