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Haftstrafe für Judotrainer aus Seifhennersdorf

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Er wollte ihr „Ersatzpapa“ sein und ihr Selbstvertrauen aufbauen. Er nahm sie mit zum Judotraining, half ihr bei den Hausaufgaben. Dabei überschritt er mehrfach eine rote Linie. Wegen schweren sexuellen Missbrauchs ist heute ein Mann aus Seifhennersdorf zu dreieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden. Die Strafe des Landgerichts Görlitz fiel deshalb vergleichsweise milde aus, weil er ein umfassendes Geständnis abgelegt hatte. Damit blieb dem Mädchen die Aussage im Prozess erspart. 

Der 54-jährige Judotrainer räumte sexuelle Kontakte zu der 12- bzw. 13-Jährigen ein. Er filmte das Mädchen in obszöner Pose. Auf seinem Computer wurden rund 200 Kinderpornos gefunden, außerdem Aufnahmen von der Schülerin.  Sie habe ihm den Kopf verdreht, er sei zu schwach gewesen, um alles zu beenden, behauptete er.

Das Mädchen trainierte in seinem Verein.  Er kannte auch die Mutter der Zwölfjährigen. Gemeinsam unternahmen sie Ausflüge, sie übernachtete in seinem Haus.  Nach der Schule kam sie zu ihm. Er habe ihr Selbstvertrauen aufbauen wollen. Das Verhältnis sei immer enger geworden. „Ich hätte es nie dazu kommen lassen dürfen, ich bin verantwortlich“, räumte er ein. Es sei jedoch nichts gegen ihren Willen geschehen.

Anders die Darstellung des Mädchens.  Sie sagte der Polizei, dass sie die intimen Kontakte nicht wollte. Er habe sie auf seinem Sofa ausgezogen und mit ihr geschlafen. „Er sollte damit aufhören“, sagte sie der Polizistin, die vor laufender Kamera die Vernehmung führte. Er habe ihr gedroht, dass etwas passieren werde, wenn sie es sich nicht gefallen lasse. „Ich durfte Mutti nichts sagen.“ Schließlich offenbarte sich das Mädchen einer Mitschülerin.Die Mutter erstattete Anzeige. Der Fall kam ins Rollen.

Das 30-minütige Video von der Vernehmung wurde heute in der Verhandlung gezeigt. Damit brauchte das Mädchen nicht selbst vor Gericht auszusagen. Die Staatsanwaltschaft richtete klare Worte an den Angeklagten: „Sie wollten uns Glauben machen, dass sich das Mädchen an Sie ranmachen wollte. Aber es war anders. Sie waren es!“.

 Möglicherweise muss sich der Seifhennersdorfer in einem weiteren Strafverfahren verantworten. Denn in seinem Geständnis, das sein Verteidiger verlas, gab er mehr preis als ihm in diesem Prozess vorgeworfen wurde.

Das missbrauchte Mädchen hat einen Wunsch: „Ich möchte diesem Menschen nicht mehr begegnen“, Die nächsten dreieinhalb Jahre ganz bestimmt nicht.