„Geht ans Eingemachte“
Stornierte Aufträge, unterbrochene Lieferketten, zurückhaltende Kunden, gesunkene Umsätze – auch das Handwerk in der Lausitz ächzt unter der Last der Corona-Krise. Erst gestern machten Friseure in Dresden auf ihre prekäre Lage aufmerksam. Und die Politik? Sie kommt weiter mit vollmundigen
Kretschmer kommt aus der Backstube, in jeder Hand eine Torte. Er läuft zur Theke - vorbei an den leeren Tischen seines Cafés. Kuchen verkaufen darf er, Kaffee servieren nicht. „Der Umsatz im Café fehlt natürlich massiv.“ Auch die großen Bestellungen, z.B. für Hochzeiten oder Geburtstage. „Es ist auch keine Laufkundschaft da. Die Geschäfte sind zu. Was wollen die Leute in der Stadt?“
Der Umsatz sei um über die Hälfte zurückgegangen. Kretschmer hat Hilfen beantragt. In dieser Woche wurde ihm ein erster Abschlag überwiesen – rund 15 Prozent für November. Die Kosten laufen weiter. Rechnungen kommen pünktlich – darauf kann sich Kretschmer verlassen. Krankenkassen oder Berufsgenossenschaften warten nicht so lange auf ihr Geld. „Es ist schon eine Frechheit. Die Hilfen sind ja beschlossen worden“, kritisiert er die schleppende Auszahlung.
Für den Kretschmer geht es inzwischen ans Eingemachte. Er muss an die Rücklagen. Seinen Kunden will er auch in diesen Zeiten die gewohnte Palette an Torten und Kuchen anbieten. Er ist froh, dass sein Personal zur Stange hält – und sein über 80 Jahre alter Vater weiter in der Backstube mithilft. Es werde wieder ein normales Leben nach dem Lockdown geben, hofft der Görlitzer Konditormeister.