Fabrikneue Autos im Audi-Werk gestohlen - Angeklagter bestreitet Taten im Görlitzer Prozess
In Görlitz hat heute der Prozess gegen ein mutmaßliches Mitglied einer Autoschieberbande begonnen. Der Angeklagte soll am Diebstahl von elf Autos der Marken Audi, BMW und Mazda beteiligt gewesen sein. Der Deutsch-Pole schwieg zu Prozessbeginn. Er bestreitet offenbar die Taten. Der Verteidiger erklärte, dass sein Mandant die Vorwürfe nicht einräumen könne. Bei der Polizei hatte der 38-Jährige Familienvater Angaben gemacht. Diese stünden aber nicht im Zusammenhang mit den Anklagevorwürfen, behauptete sein Anwalt.Den Ermittlungen zufolge hatte es die Bande auf teure Mittelklassewagen abgesehen. Sie ging vor allem in Dresden, Görlitz und Bayern auf Beutezug. So soll der Angeklagte gemeinsam mit anderen Mitgliedern der Gruppierung zwei fabrikneue Audi aus dem Audi-Werk in Ingolstadt gestohlen haben. Die Wagen standen im firmeneigenen Parkhaus. Sicherungen wie die elektronische Wegfahrsperre waren für die Bande offenbar kein Problem. Auch ein Firmenwagen von Sachsen-Milch – ein Audi A 5 – verschwand. Einige Fahrzeuge tauchten später in Polen auf. Laut Anklage hatten die gestohlenen Wagen einen Wert von insgesamt fast 420.000 Euro.Am 6. April sollen zwei Bandenmitglieder als Hauptbelastungszeugen gehört werden. Beide hätten schon munter geplaudert. Sie wollten reinen Tisch machen, kündigte Richter Ulrich von Küster an. Der vorbestrafte Angeklagte befindet sich auf freiem Fuß. Er lebt in Görlitz, arbeitet als Elektriker-Gehilfe und bezieht neben seinem Lohn Sozialhilfe für seine Familie.