Falsche Fuffziger in der Unterhose
Ein Geldfälscher ist heute vom Amtsgericht Bautzen zu acht Monaten auf Bewährung verurteilt worden. Er hatte einen 50-Euro-Schein gescannt und 14 Kopien gedruckt. Sechs falsche Fuffziger gab er auf dem Oktoberfest in Putzkau aus. Ein zweiter Angeklagter wurde freigesprochen.
Dem Bekannten aus Bundeswehrzeiten machte er weis, dass er die Scheine auf dem Weg zum Klo gefunden habe und steckte ihm einen zu. Sie ließen es krachen, tanzten und tranken Cocktails und Bier. Der 34-Jährige aus Neustadt/Sachsen bezahlte mit sechs Lappen, die er vorher auf normales Kopierpapier gedruckt, fein säuberlich ausgeschnitten und geknittert hatte. Sie sahen auf dem ersten Blick echt aus. Das fand auch der Richter.
Doch im Laufe des Abends wurde die Frau am Tresen stutzig, hielt einen Schein gegen das Licht und erschrak: Das Wasserzeichen fehlte. Sie rief die Security. Am Ausgang wurde der Geldfälscher abgefangen und der Polizei übergeben. Seinem Kumpel habe er sich erst zu diesem Zeitpunkt offenbart. Daraufhin lief er weg, zerknüllte dem ihm zuvor zugesteckten Schein und warf ihn hinter einen Baum. Der Geldfälscher hatte die noch nicht ausgegebenen falschen Fuffziger in seiner Unterhose versteckt.
„Ich wollte es mal ausprobieren. Es war dumm von mir“, gestand der Angeklagte. Als der Fall bekannt wurde, feuerte ihn die Bundeswehr. Beim Jugendklub Putzkau, dem Veranstalter des Oktoberfestes, hat er den Schaden inzwischen mehr als wiedergutgemacht. Er bezahlte nach eigenen Angaben 600 Euro – diesmal mit echten Scheinen. Seinem Kumpel konnte das Gericht nicht nachweisen, dass er von Anfang an von dem Falschgeld wusste. Deshalb: in dubio pro reo – im Zweifel für den Angeklagten.
Die Falschgeld-Sause liegt schon mehr als sechs Jahre zurück. Zwei Jahre brauchte die Polizei für die Ermittlungen und weitere zwei Jahre die Staatsanwaltschaft.