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Falsche Verdächtigung - Rentner in Kamenz verurteilt

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Er kam in Plaste-Pantinen in den Verhandlungssaal,  die Hände in den Taschen, wollte sich nicht setzen und legte sich mit dem Staatsanwalt an.  Ein Rentner aus Ottendorf-Okrilla musste sich heute wegen Holocaust-Leugnung und falscher Verdächtigung in Kamenz vor Gericht verantworten. 

Der 76-Jährige hatte Emails weitergeleitet, in denen der Holocaust bestritten wurde. Angeblich wusste er vom Inhalt nichts ("Ich habe die Emails nicht gelesen"). In diesem Punkt stellte der Amtsrichter das Verfahren ein. Verurteilt wurde der Rentner wegen falscher Verdächtigung. Er hatte behauptet, ein Richter und ein Staatsanwalt hätten in einem früheren Verfahren gegen ihn Beweisfotos unterschlagen, mit denen er seine Unschuld beweisen wollte. Es wurden aber keine Bilder aus der Akte entfernt, stellte der Richter fest.

Das Urteil: 1.800 Euro Geldstrafe – und der Hinweis des Richters  an den unter Bewährung stehenden Angeklagten: "Wenn sie wieder straffällig werden, müssen Sie wahrscheinlich ins Gefängnis". Zuvor hatte er sein Vorstrafenregister verlesen. Es reicht von Beleidigung über Körperverletzung und Geldwäsche bis sexuelle Nötigung.

Das heute gefällte Urteil ist noch nicht rechtskräftig.