Faschingsnarren hauen wieder auf die Pauke
Die Faschingsnarren haben wieder das Zepter übernommen. Punkt 11.11 Uhr wurden viele Rathäuser gestürmt. Bürgermeister mussten Schlüssel und Stadtkasse herausgeben. Die Narren sind zum Beispiel in Schirgiswalde, Cottbus und Spremberg.
Über 200 Schaulustige waren vor das Kamenzer Rathaus gezogen. Oberbürgermeister Roland Dantz ließ sich nicht lange bitten und übergab die Schlüsselgewalt an den Kamenzer Karnevalsverein. Danach zog die Faschingsgesellschaft weiter zum Malzhaus. Dort wird zur Stunde gefeiert.
Mit einem fröhlichen „Helau“ sind Hunderte Narren in Cottbus in die fünfte Jahreszeit gestartet. Die Jecken eroberten den Rathausschlüssel von Bürgermeisterin Marietta Tzschoppe, die sich dem ungewöhnlich großen Ansturm des närrischen Volkes schnell geschlagen gab. Das alljährliche Spektakel habe in diesem Jahr viel Volk angezogen, weil der 11.11. auf einen Sonntag fiel, sagte der Ehrenpräsident des Vereins Cottbuser Karneval, Peter Pietrasch. Der Rathaus-Sturm stand in diesem Jahr unter dem Motto „Kohle weg - Kohle weg“. Damit zielten die Karnevalisten auf die Diskussion um das Ende des Braunkohletagebaus in der Lausitz, erläuterte Pietrasch. Nach dem Willen der Narren müsse daher auch die Stadtspitze umschulen: Oberbürgermeister Holger Kelch soll künftig als Bademeister an den Tagebauseen den Ton angeben und Tzschoppe sich als Pflegefachkraft bei den älteren Cottbusern verdient machen.
So richtig auf die Pauke hauen die Karnevalisten in Ruhland. Sie sind heute in die 50. Saison gestartet. Der Bürgermeister wurde entmachtet. Anschließend zog das närrische Volk durch die Stadt. Die Machtübernahme wird zur Stunde im Schützenhaus gefeiert. Ja, und hoch die Gläser, heißt es dann schon wieder am kommenden Samstag zur großen Karnevalsgala in Ruhland. Sie steht in diesem Jahr unter dem Jubiläumsmotto: „50 Jahre, es ist so weit, wir blicken zurück auf eine tolle Zeit“.