Fast vier Millionen Euro für Zittauer Mandaukaserne drohen zu verfallen
Zittau drohen fast vier Millionen Euro für die Mandaukaserne durch die Lappen zu gehen. Der neue Eigentümer des Gebäudes habe auch nach mehrmaliger Aufforderung sein Konzept bislang nicht mit eigenen Planungen untersetzt, so Oberbürgermeister Thomas Zenker. Der OB befürchtet, dass die in Aussicht gestellten Fördermittel verloren gehen könnten. Die Frist läuft an diesem Freitag ab. Bis dahin muss die Stadt erklären, wie die Konzeptskizze zur Mandaukaserne umgesetzt werden kann. Die letzte Chance sieht die Stadtverwaltung darin, dass sich der Besitzer der Mandaukaserne mit einem Investor auf eine klare Terminkette bis zur Erarbeitung der notwendigen Unterlagen verständigt. Nur dann sei eine Fristverlängerung möglich. Der Eigentümer Thomas Göttsberger warf der Stadt Zittau seinerseits vor, einen „im Wesentlichen nicht untersetzten“ Fördermittelantrag vorgelegt zu haben. So sei derzeit gar nicht der Bedarf und das Nutzungskonzept des vorgesehen Hauptmieters, der Hochschule Zittau/Görlitz, bekannt. Von weiteren potenziellen Mietinteressenten lägen derzeit keine verbindlichen Absichtserklärungen vor. Obendrein sei die Auslastung der Drei-Feld-Multifunktionshalle als ein Eckpunkt des Konzeptes nicht gesichert. Die Fördermittel für die Sanierung der Mandaukaserne flössen jedoch nur, wenn der Acht-Millionen-Bau komme. Schließlich habe Oberbürgermeister Zenker jüngst in einem Gespräch bestätigt, dass die Finanzierung des Eigenanteils der Stadt Zittau in Höhe von rund 1,2 Millionen Euro nicht gesichert sei. Ein Schreiben vom 16. Mai, in dem er die Stadt auf die Probleme bei dem Projekt hingewiesen habe, sei bisher unbeantwortet geblieben, schreibt Göttsberger. Die Mandaukaserne gehört zu den stadtbildprägenden Gebäuden in Zittau. Sie wurde im März von dem Ostritzer gekauft. Der 50-Jährige will den Bau vom Verfall retten und sanieren lassen. Nach ihrem Bau 1868/69 galt der Gebäudekomplex als eine der modernsten Kasernen ihrer Zeit. In der Garnison gab es Zentralheizung, eine Dampfküche sowie getrennte Wohn- und Schlafräume. Ab 1920 lebten bis zu 109 Familien dort. In der DDR wurde das Gebäude 1983 unter Schutz gestellt. Im Landkreis Görlitz gehört es heute zu den größten Baudenkmalen. Aus dem Programm „Nationalen Projekte des Städtebaus 2017“ sollten 3,88 Millionen Euro fließen.