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Erweiterungsbau für Kamenzer Lessinggymnasium eröffnet - Jubel und Kritik

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Sie ist eine der modernsten Schulen in Sachsen. In Kamenz wurde heute Mittag das Lessinggymnasium  feierlich übergeben. Am historischen Standort an der Henselstraße ist ein Erweiterungsbau mit Klassenräumen, Fachkabinetten und Mensa entstanden. Ihr neues Domizil hat dort auch die Stadtbibliothek gefunden. Damit haben über 700 Schüler beste Lernbedingungen. Investiert wurden mehr als 28 Millionen Euro.

Von einem „großen Tag in der Geschichte der Stadt“ sprach Oberbürgermeister Roland Dantz. Eine über 100 Jahre alte Schultradition werde fortgeführt. Als eines der bedeutendsten Vorhaben seit den letzten fünf Jahren in der Region ordnete der scheidende Landrat Michael Harig die Investition ein.

Es gibt aber auch Kritik. So wurde während des Baus festgestellt, dass der Erweiterungsbau angesichts der  demographischen Entwicklung nicht ausreichen wird.  Vize-Landrat Udo Witschas (CDU) räumte im Mai vergangenen Jahres Kapazitätsprobleme ein. Er sprach von einem „Mehrbedarf von vier Klassenzimmern“.  Eine konkrete Lösung gibt es bislang nicht. Noch-Landrat Harig sieht jedoch Möglichkeiten,  „Überkapazitäten richtig zu lenken“. Er wies Kritik an der Größe des Erweiterungsbaus zurück. Sie sei fehl am Platz, sagte er uns. „Wir haben einen Peak in der Bevölkerungsentwicklung, der schon wieder rückwärts geht. Es ist verantwortlich nur so viel zu bauen, wie gebraucht wird.“ 

Der Kamenzer Oberbürgermeister Roland Dantz kann sich vorstellen, dass ein benachbartes Sparkassengebäude genutzt wird, wenn es zu eng werden sollte. „Wenn das gelingt, entsteht eine sinnvolle Nachnutzung vorhandener Strukturen und damit eine Lösung“, so der OB im Interview mit unserem Sender. Dantz verwies auch auf einen städtebaulichen Rahmenvertrag mit dem Landkreis Bautzen. Er beinhaltet den Neubau einer Sporthalle am Campus des Lessinggymasiums. „Natürlich verstehen wir, dass nicht alles mit einem Mal geschafft werden kann. Aber ich bin zuversichtlich, dass der Sporthallenneubau kommt.“  

Bis dahin wird die Halle am alten Standort am Kamenzer Flugplatz genutzt. Sie ist rund zwei Kilometer vom neuen Gymnasium entfernt.

Audio:

Reporter Knut-Michael Kunoth im Gespräch mit dem Kamenzer Oberbürgermeister Roland Dantz
Erweiterungsbau zu klein - wie weiter? Was passiert mit dem bisherigen Schulstandort am Flugplatz? Die Fragen hat Reporter Knut-Michael Kunoth dem scheidenden Landrat Michael Harig gestellt
Stadtrat Alex Theile: Zwei Wermutstropfen