Fliegerbombe entschärft - 1 000 Görlitzer evakuiert
In Görlitz ist am gestern Abend eine russische Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft worden. Ein Baggerfahrer hatte das Geschoss zu Tage gefördert. Die Polizei evakuierte insgesamt 1 000 Bewohner aus einem Umkreis von 250 Metern. Damit erlebte Görlitz die größte Evakuierungsaktion seit der Wende. Ein Großteil der Bewohner kam bei Verwandten und Bekannten unter. Etwa 100 Menschen fanden in einem nahegelegenen Berufsschulzentrum eine vorübergehende Bleibe. Die Bewohner eines Altenheimes, auf dessen Gelände die Bombe lag, wurden in andere Pflegestationen gebracht. Kurz vor Beginn der Entschärfung wurde der Görlitzer Bahnhof gesperrt, der Zugverkehr vorübergehend eingestellt. Sprengmeister Volker Klemig (43, Foto rechts) und sein Kollege brauchten zwei Stunden, bis sie schließlich 19.06 Uhr Entwarnung geben konnten. „Die Bombe war mit Erde regelrecht festgebacken“, so Klemig. Eine Herausforderung stellten für die Spezialisten vor allem die beiden Zünder russischer Bauart dar. Zur Absicherung waren 130 Kräfte von Polizei, BGS, Feuerwehr und Katastrophenschutz im Einsatz. Eine Hochzeitsgesellschaft, die ganz in der Nähe in einem Lokal feiern wollte, musste die Kaffeetafel ausfallen lassen und konnte erst am Abend auf 50 glückliche Ehejahre anstoßen. Foto: KUNOTH