Förderscheck für neue Görlitzer Straßenbahnen - „Geld richtig ausgegeben“
Die Görlitzer Verkehrsbetriebe haben einen rund 33 Millionen Euro für neue Straßenbahnen bekommen. Es handelt sich um Geld aus den sogenannten Kohle-Millionen, dem Strukturwandelfonds (90 Prozent Förderung). Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer, der den Förderscheck heute Nachmittag übergab, bezeichnete die neuen Straßenbahnen als Beitrag zur Aufwertung des Standortes. „Moderne Straßenbahnzüge, das ist das Thema. Das Geld dafür ist genau richtig ausgegeben. Weiter so!“, sagte uns der CDU-Politiker. Es gehe hier um neue Technologien. Als Beispiel nannte Kretschmer autonomes Fahren zu einem späteren Zeitpunkt.
Görlitz lässt die acht neue Bahnen in Leipzig bauen. Die erste Tram soll ab Frühjahr 2025 eingesetzt werden – zunächst im Probebetrieb. „Die anderen sieben Fahrzeuge werden bis Ende 2025 folgen“, sagte uns der Chef der Görlitzer Verkehrsbetriebe (GVB), André Wendler. Mit der neuen Flotte werden die rund 40 Jahre alten Tatra-Bahnen aus tschechischer Produktion ersetzt.
Zum Projekt ÖPNV-Modellstadt Görlitz, das ein Volumen von rund 70 Millionen Euro hat, gehört auch die Erneuerung des Streckennetzes. So sollen Abschnitte für automatisiertes Fahren vorbereitet, die Knotenpunkte Demianiplatz und Bahnhof Südausgang barrierefrei umgestaltet und weitere Haltestellen modernisiert werden. Zusätzlich ist der Test eines wasserstoffbetriebenen Straßenbahnzuges geplant. „Wir wollen bis Ende 2026 einen Prototypen in Görlitz haben“, sagte uns Wendler. Die GVB sind derzeit im Gespräch mit dem Hersteller, Forschungseinrichtungen und anderen Projektpartnern.