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Frank Richter will Landeszentrale für politische Bildung verlassen

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Der Theologe und DDR-Bürger­rechtler Frank Richter will die Leitung der Sächsi­schen Landes­zen­trale für politi­sche Bildung abgeben. Er habe Kultus­mi­nis­terin Brunhild Kurth (CDU) über seine Wechsel­ab­sichten infor­miert, bestä­tige das Minis­te­rium am Mittwoch in Dresden. Der 56-Jährige wird offen­sicht­lich zur Stiftung Frauen­kirche wechseln.„Wir können uns sehr gut vorstellen, dass Frank Richter eine aktive Rolle in der Stiftung Frauen­kirche Dresden übernehmen wird“, bestä­tigte der Stiftungs­rats­vor­sit­zende Joachim Hoof. Gespräche liefen bereits. Richter sei eine Persön­lich­keit, „die durch ihr bishe­riges Wirken für Toleranz, fried­li­chen Dialog und Mitein­ander steht.“ Dies passe sehr gut zur Arbeit der Stiftung, die die Frauen­kirche auch als Ort der Begeg­nung und des respekt­vollen Austauschs verstehe.Die Gremien der Stiftung würden in den nächsten Wochen über den mögli­chen Wechsel beraten. Weitere Einzel­heiten nannte Hoof nicht. Nach einem Bericht von „Leipziger Volks­zei­tung“ und „Dresdner Neuesten Nachrichten“ will Richter Ende des Jahres zur Frauen­kirche wechseln.Sein Wunsch, sich beruf­lich zu verän­dern, werde vom Kultus­mi­nis­te­rium respek­tiert, sagte der Sprecher Kurths. „Herr Richter hat sich mit seiner beein­dru­ckenden Empathie- und Diskus­si­ons­be­reit­schaft enorme Verdienste um die politi­sche Kommu­ni­ka­tion und Bildung im Freistaat Sachsen erworben.“Richter - Gründungs­mit­glied der Gruppe der 20, die im Herbst 1989 mit der SED-Führung verhan­delte - steht seit Februar 2009 an der Spitze der Landes­zen­trale. Als Moderator der „AG 13. Februar“ gestal­tete er auch über Jahre ein breites bürger­li­ches Protest­bündnis gegen Neona­zi­auf­mär­sche zum Jahrestag der Zerstö­rung Dresdens im Zweiten Weltkrieg mit.Auch beim fremden- und islam­feind­li­chen Pegida-Bündnis setzte der ehema­lige Seelsorger lange auf Dialog und veran­stal­tete zahlreiche Gesprächs­foren. Dass er die Räume der Landes­zen­trale 2015 der Pegida-Führung für eine Presse­kon­fe­renz zur Verfü­gung stellte, brachte Richter auch Kritik und den Ruf des „Pegida-Verste­hers“ ein.Bei der Nachbe­set­zung des Direk­to­ren­pos­tens in der Landes­zen­trale stünden zwei Dinge im Vorder­grund, sagte der Minis­te­ri­ums­spre­cher. „Zum einen wird das Verfahren trans­pa­rent sein. Zum anderen wird es in Anbetracht der beson­deren Bedeu­tung der Position wichtig sein, einen möglichst großen Kreis geeig­neter Kandi­daten in die Auswahl einzu­be­ziehen.“ Zeitdruck bestehe dabei nicht./DPA)