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Freistaat schlägt vor: Sachsenring-Fans sind nationales Kulturerbe

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Der Freistaat will vier typisch sächsische Traditionen ins bundesdeutsche, immaterielle Kulturerbe aufnehmen lassen. Sachsen schlägt dafür dem Bund im neuen Auswahlverfahren vier Kulturformen für die Aufnahme in das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes vor: die Fankultur am Sachsenring, die über 300 Jahre alte Porzellanherstellung, die Sebnitzer Kunstblumenproduktion und die sportliche Parkour-Bewegung. 

Alle vier Traditionen sind bereits Teil  des sächsischen immateriellen Kulturerbes.

Sachsens Kultur- und Tourismusministerin Barbara Klepsch: „Das Immaterielle Kulturerbe ist tief in den Regionen  unseres Freistaates verwurzelt. Es lebt vom Engagement der Menschen vor Ort, die Traditionen bewahren und zugleich weiterentwickeln. Die nominierten Kulturformen zeigen eindrucksvoll, wie vielfältig, identitätsstiftend und lebendig unsere regionale Kultur ist – von jahrhundertealtem Handwerk bis hin zu modernen urbanen Bewegungen.“

Die Traditionen im einzenen

Sebnitz blickt auf eine lange Tradition der Kunstblumenproduktion zurück, die bis ins 19. Jahrhundert reicht. Heute führt die Schaumanufaktur Deutsche Kunstblume Sebnitz diese fast zweihundertjährige Kultur fort.  Selbst die englische Königin trug einst eine Kunstblume aus Sebnitz am Hut. Das Erbe des Handwerks wird in der Manufaktur weiter getragen. Auch beim Tag der Sachsen war die Kunstblumen-Stadt letztes Jahr mit ihren vielen Sonnenblumen gefragt. 

Die Sachsenring Event GmbH/Tourismusverband Chemnitz Zwickau Region e. V. will die Fankultur am Sachsenring mit ihrem Antrag ehren. Rund um den Motorrad Grand Prix hat sich in fast 100 Jahren Renngeschichte ein interkulturelles Festival entwickelt, das den Grand Prix zu einem kulturellen Phänomen macht. 

Das 1708 in Sachsen erfundene Hartporzellan war das erste echte Porzellan in Europa. Die in Sachsen entwickelte Porzellanherstellung verbindet seit über 300 Jahren handwerkliche Tradition mit technischer Innovation. Das Wissen um Materialien, Brenntechniken und künstlerische Gestaltung wird bis heute praktisch und mündlich weitergegeben und bildet die Grundlage für die weitere Fachkräfteausbildung.

Und die vierte Bewerbung für bundesweite Anerkennung soll der ParkourONE e.V. Dresden bekommen. Der Sport entstand Ende der 1980er Jahre in Frankreich und verbreitete sich seit den 2000er Jahren in Deutschland. Mittlerweile ist sie fest in der Alltagskultur vieler Städte verankert. Neben der Bewegung sollen auch Respekt, Achtsamkeit und Gemeinschaft gefördert werden. Die Szene organisiert sich in Vereinen, offenen Trainingsformaten und Bildungsprojekten.

Über die Aufnahme in das bundesweite Verzeichnis entscheidet die Kulturministerkonferenz im Frühjahr 2027. Zuvor bewertet ein unabhängiges Expertengremium bei der Deutschen UNESCO-Kommission die eingereichten Vorschläge. Diese entschieden kürzlich erst, auch die sächsische Schausteller-Zunft bundesweit anzuerkennen.