Früherer Kohleausstieg ist "Schlag ins Gesicht"

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Nicht erst 2038, sondern schon 2030 raus aus der Kohle – der im Koalitionsvertrag von SPD, Grünen und FDP vereinbarte frühere Ausstieg ist   in der Lausitz erwartungsgemäß auf Kritik gestoßen. Als Schlag ins Gesicht der Menschen vor Ort  bezeichnete die Spremberger Bürgermeisterin und Sprecherin der Lausitzrunde, Christine Herntier, die Entscheidung der Ampel. Der Netzausbau stocke, das Thema Energiespeicher sei nicht gelöst, die Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit von Strom sei in weite Ferne gerückt. Das Ziel der Schaffung neuer nachhaltiger Arbeitsplätze  sei so nur schwer zu erreichen, sagte Herntier.

Kraftwerks- und Tagebaubetreiber  Leag mahnte eine «kompetente und verantwortungsvolle» Prüfung der Ausstiegspläne“ an.  Man erwarte  Gesetzes- und Vertragstreue von  der  neuen Bundesregierung, so  Vorstandsvorsitzender Helmar Rendez.  Ein früherer Ausstieg berge eine Gefahr für die Versorgungssicherheit. Der Netzausbau laufe noch zu langsam, beim Thema Energiespeicher stehe Deutschland  ganz am Anfang. Gleichzeitig würden Investitionen in neue Technologien durch langwierige Planungs- und Genehmigungsverfahren verzögert und erschwert.