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Fünf Jahre Gefängnis für Brandstifter aus Uhsmannsdorf

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Er hatte Zoff mit seinem Freund. Ihm brannten die Sicherungen durch. Er setzte die gemeinsame Wohnung in Uhsmannsdorf in Brand. Heute fiel das Urteil. Der 28-Jährige muss für fünf Jahre ins Gefängnis.  Das Landgericht Görlitz befand den Polen des versuchten Mordes in neun Fällen für schuldig.  Es folgte damit dem Vorwurf der Anklage.  Er habe den Tod der Hausbewohner in Kauf genommen.

Der Angeklagte hatte zu Verhandlungsbeginn ein umfassendes Geständnis abgelegt. Mit seiner Freundin wollte der zweifache Vater in seiner Heimat eine Familie gründen. In Polen verlor er seine Arbeit. Zuhause war er herausgeflogen. Sein Freund, den er in einer Reifenwerkstatt in Bunzlau kennengelernt hatte, besorgte ihm einen Job in der Alu-Gießerei bei Borbet in Kodersdorf.  „Dafür wollte er mit mir zusammen sein.“, sagte der Angeklagte  nach längerer Pause mit stockender Stimme.  So zog er  im Mai vergangenen Jahres zu ihm in die Wohnung in Uhsmannsdorf, wollte aber nichts von ihm.  Es kam zu Spannungen. Sein Freund setzte ihn offenbar unter Druck. Er habe ihm gesagt, dass er seine Frau verlassen soll.  „Er wollte mit mir allein leben.“ Jeden seiner Schritte habe er kontrolliert. Diesen Stress hielt der Angeklagte nicht mehr aus. Er zündete die Wohnung an.

Landgerichtssprecher Jörg Küsgen: „Der Angeklagte  hatte Rettungsbemühungen behauptet, die einen Rücktritt vom versuchten Tötungsdelikt darstellen würden und ihm insoweit Straffreiheit verschafft hätten. Ein erst aufgrund der Hauptverhandlung  bekannt gewordener und daher erst heute vernommener  Zeuge hat Rettungsbemühungen des Angeklagten allerdings  glaubhaft in Abrede gestellt. Günstig für den Angeklagten wirkte sich aus, dass die Mitbewohner des Hauses keine gesundheitlichen Schäden erlitten hatten und diese nach wenigen Stunden ihre  Wohnungen wieder aufsuchen konnten.“ 

Der Staatsanwalt hatte zwölf Jahre Gefängnis gefordert. Die Verteidigung hielt fünf Jahre für angemessen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.