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Gaben für die Götter - Bronzeschatz in Görlitz

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 Im Görlitzer Kaisertrutz wird ein „Schatz für die Götter“ gezeigt. Es handelt sich um den bislang zweitgrößten Bronzefund in Sachsen. Er umfasst mehr als 300 Objekte: Sicheln Beile, Arm- und Halsringe, Teile eines Pferdegeschirrs und ein zerbrochenes Schwert. Die Stücke schlummerten mehr als 3.000 Jahre unter einem Acker der südwestlich von  Görlitz gelegenen Ortschaft Klein Neundorf. 

Gaben an die Götter

Der Fund sei etwas ganz Besonderes, so   Landesarchäologin  Regina Smolnik. Er zeige ein Ritual, dass sich über ein weites geografisches Gebiet widerspiegele. Damals hätten die Menschen die Waffen, den Schmuck und andere Objekte dahin gebracht, um sie nicht wieder zu holen. Dahinter stehe ein gemeinsames Gedankengut. Es könnten nach dem damaligen Verständnis Gaben an die Götter sein. Der Schatz symbolisiere den Reichtum der Region. Für die Lausitz muss es eine Blütezeit gewesen sein. 

Bauer sicherte mit seinem Auto die Fundstelle ab

Schon vor über 100 Jahren fanden Kinder auf einem Feld bei Klein Neundorf zwei bronzene Dolche und ein Beil. Sie wurden in den Görlitzer Sammlungen aufbewahrt. Zwei Objekte gingen im Zweiten Weltkrieg verloren. Der eine noch vorhandene Dolch ließ Sammlungschef Jasper von Richthofen keine Ruhe. Im Sommer 2023 suchte er mit anderen Archäologen nach dem Schatz. Es gab keine Pläne, nur vage Angaben. An diesem heißen Tag im August sollte der Trupp zunächst kein Glück haben. Die Suche stand schon kurz vor dem Abbruch, als die Sonde von Henry Herrmann anschlug. Der ehrenamtliche Bodendenkmalpfleger hatte die richtige Stelle entdeckt. Über Nacht wurde der Ort vor Dieben gesichert – ganz unkonventionell: Ein Bauer fuhr sein Auto auf die detektierte Fläche. In den darauffolgenden Tagen wurden die in einem Erdblock verborgenen Stücke geborgen, im Landesamt für Archäologie in Dresden Stück für Stück freigelegt und wissenschaftlich dokumentiert.  

Kehrt der Schatz nach Görlitz zurück?

Nach der Ausstellung in Görlitz, die bis 15. März gezeigt wird, werden die Objekte untersucht und restauriert. Parallel dazu erfolgt die wissenschaftliche Aufarbeitung.  Sammlungschef von Richthofen wünscht sich, dass der Bronzefund anschließend dauerhaft nach Görlitz zurückkehrt. Landesarchäologin kann sich aber auch vorstellen, dass er dauerhaft seinen Platz im Landesmuseum für Archäologie in Chemnitz findet.