Gastronomen geht die Luft aus - „Noch keinen Euro bekommen“
Für Gastronomen und Hoteliers in Sachsen wird die Luft immer dünner. Zehn Wochen nach der lockdownbedingten Zwangsschließung der Lokale und Herbergen bangen rund 70 Prozent um ihre Existenz. Fast jeder Fünfte spielt mit dem Gedanken, alles hinzuwerfen. Das ergab eine Befragung der des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes - DEHOGA. Ein Viertel der Unternehmen hat noch nicht einmal die versprochene Novemberhilfe erhalten.
Auch die Görlitzer Gastwirtin Renate Kruppas wartet auf ihr Geld. Sie hat auch das beantragte Kurzarbeitergeld für ihre vier Angestellten noch nicht bekommen. Die Wirtin des Görlitzer Restaurants „Schwibbogen“ ist in Vorleistung gegangen.
Schon im ersten Lockdown musste sie an ihre Rücklagen. Sie löste eine Rentenversicherung auf: 23.000 Euro. Damit kam sie im vergangenen Frühjahr über die Runden. Derzeit bietet Kruppas einen Abholservice an. Koch Fernando Krämer bietet eine kleine Auswahl an warmen Gerichten an.Die Einnahmen reichten aber bei weitem nicht, um die Kosten annähernd zu decken, so die Chefin.
Die 68-jährige „Schwibbogen“-Wirtin wollte eigentlich noch ein oder zwei Jahre durchziehen. Dann sollte Schluss sein. Sie wird wohl länger arbeiten müssen - für einen Ruhestand in Würde.