++ EIL ++

Gefängnisstrafe für Bautzener Treppenschubserin

Zuletzt aktualisiert:

Sie hatten in feucht-fröhlicher Runde in einer Wohnung in Bautzen gefeiert, am Ende wurde ein Gast die Treppe hinabgestoßen. Der 54-Jährige erlitt schwerste Kopfverletzungen. Er überlebte mit viel Glück. Heute wurde der Treppenschubserin in Bautzen der Prozess gemacht. Amtsrichter Dirk Hertle verurteilte sie zu einem Jahr und vier Monaten Gefängnis. 

Die 50-Jährige gestand die Tat. Sie hatte mit den beiden Brüdern die Nacht durchzecht. Am Morgen setzte der Gastgeber seinen Bruder vor die Tür, weil er laut Musik hören wollte. Im Treppenflur eskalierte die Lage. „Er hat mich angegrabscht“, behauptete die mehrfach, auch einschlägig vorbestrafte Angeklagte.  Sie schubste ihn die Treppe runter – angeblich aus Notwehr.  Der Mann erlitt einen offenen Schädelbruch.

Beide waren betrunken. Sie hatte eine Flasche „Pfeffi“ geleert (1,7 Promille).  Bei ihm wurden zwei Promille festgestellt. Beide hatten sich einst geliebt. Sie ist inzwischen mit seinem Bruder verlobt. Erst gestern waren alle Drei wieder zusammen in fröhlicher Runde.

„Weil es nicht anders geht, machen wir mit Ihnen einen kalten Entzug“, begründete Amtsrichter Dirk Hertle die nicht zur Bewährung ausgesetzte Freiheitsstrafe mit Blick auf die auch einschlägigen Vorstrafen der Angeklagten. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.