Auf Polizeikette gerannt - Bautzener verurteilt
Das Amtsgericht Bautzen hat heute einen Teilnehmer an einem verbotenen Aufzug vor gut zwei Wochen in Bautzen zu einer Freiheitsstrafe von acht Monaten verurteilt. Sie wurde zur Bewährung ausgesetzt. Der Angeklagte sei auf eine Polizeikette zugerannt und habe dabei einen Beamten zu Boden gerissen, so der Amtsrichter. Er wertete dies als tätlichen Angriff. „Sie wollten die Kette durchbrechen und haben dabei einen Polizisten umgehauen.“ Außerdem hatte der 21-Jährige verbotene Feuerwerkskörper dabei.
Der Polizist sagte aus: „Er kam aus einer Menschentraube gesprintet. Der Zusammenstoß war unausweichlich. Er riss mich um und lag auf meinen Beinen“. Durch die Panzerung war der Beamte geschützt. Er blieb unverletzt. Ein zweiter Polizist sah den Angeklagten auf seinem Kollegen liegen, nicht aber den Aufprall. „Der Angeklagte wollte flüchten. Er wurde am Boden fixiert und aus dem Hotspot herausgebracht.“ Die Polizisten riefen den Rettungsdienst, weil der Angeklagte über Kopfschmerzen klagte.
Der 21-jährige Bautzener erklärte, dass er nicht die Absicht hatte, einen Polizisten anzugreifen. Er sprach von Panik angesichts der Einkesselung des Aufzugs durch die Polizei. Er habe versucht, durch eine Lücke in der Polizeikette sich zu entfernen. Er wollte nach Hause. „Ein Polizist hat mir gegen den Kopf geschlagen, ich war verwirrt und den Rest der Woche krank geschrieben.“ Ob er Anzeige erstattet habe, dazu wollte uns seine Verteidigerin nichts sagen. Dass er die Feuerwerkskörper mit zur Demo genommen hatte (in der Unterhose und in einer Seitentasche), bezeichnete der Angeklagte als Fehler.
Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.