Geheimnis verraten - Polizist in Bautzen verurteilt
Wegen Geheimnisverrats hat das Amtsgericht Bautzen einen Polizisten zu einer Geldstrafe von 1.500 Euro verurteilt. Der Angeklagte hatte einem befreundeten Autohändler einen Vernehmungstermin sowie Name und Telefonnummer des Vernehmers genannt.
In einem weiteren Punkt, Fahrzeughalterdaten an den Autohändler weitergegeben zu haben, wurde der Angeklagte freigesprochen. Zwei andere Fälle wurden eingestellt. Die Betroffenen zogen ihre Strafanträge zurück. Übrig blieb der durchgesteckte Vernehmungstermin an seinen libanesischen Freund, gegen den vor drei Jahren wegen ermittelt wurde. Der Autohändler war beschuldigt worden, seiner Freundin nachgestellt, sie bedroht und geschlagen zu haben.
In der Urteilsbegründung sprach Richter Ralph Nymphius gleichzeitig eine allgemeine Warnung an alle Polizisten aus: Geheimnisverrat kann strafrechtlich geahndet werden.
Die Staatsanwaltschaft hatte ein Geldstrafe von 4.500 Euro beantragt. Der Verteidiger hielt eine Verwarnung (mit Strafvorbehalt) für angemessen.
Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.