Genehmigungsverfahren bremsen Stromnetzausbau im Kreis Görlitz
Im Landkreis Görlitz könnte ab 2030 eine Kapazität von rund 1.500 Megawatt Strom aus Sonne und Wind gewonnen werden. Das geht aus der gestern vorgestellten Energiestrategie für die Region hervor. Aber es gibt zwei Probleme: Wohin mit den Windrädern und Solarmodulen? Es werden geeignete Flächen gebraucht. Und: Es fehlt das Netz für die Einspeisung des Stroms. Dafür muss ein Knoten in Horka errichtet werden.
Für 41 Prozent der Anlagen im Landkreis gibt es noch keinen Netzanschlusspunkt. Der ist erst 2037 geplant. Außerdem muss die Hochspannungsleitung von Horka nach Hagenwerder ausgebaut werden, um den grünen Strom weiterzuleiten.
„Es dauert viel zu lange“, ärgert sich Landrat Stephan Meyer. Er denkt laut über ein Szenario B nach. „Dann machen wir den Netzausbau mit anderen Partnern. 2037 muss der Strukturwandel schon stattgefunden haben“
Der Ball geht an die „SachsenNetze“. Sie ist neben „Mitnetz“ Versorger im Landkreis. Es gebe keine Engpässe, versichert Geschäftsführer Steffen Heine. „Die Ressourcen sind da, das Geld ist da. Wir kommen aber genehmigungsrechtlich nicht voran.“
Und so wird der Ball weiter gespielt nach Berlin. Stichwort: Planungsbeschleunigungsgesetz. Das wird den Unternehmen nun schon seit Jahren in Aussicht gestellt. Sie werden immer wieder vertröstet.