• Bombardier-Deutschland-Chef Michael Fohrer hatte Investitionen für den Standort Görlitz versprochen. Foto: kmk

    Bombardier-Deutschland-Chef Michael Fohrer hatte Investitionen für den Standort Görlitz versprochen. Foto: kmk

Bis September keine blauen Briefe bei Bombardier

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 Bombardier  will mit einer Bund-Länder-Bürgschaft Aufträge und Lieferanten absichern. Das gab der Deutschland-Chef des Konzerns,  Michael Fohrer, heute nach einem Gespräch in der Sächsischen Staatskanzlei bekannt. Zu Details wollte er sich nicht äußern. Die Verhandlungen mit der IG Metall und dem Gesamtbetriebsrat von Bombardier sollen im September abgeschlossen werden. Bis dahin schloss Fohrer betriebsbedingte Kündigungen aus.

Nach Ansicht von Ministerpräsident Michael Kretschmer soll Bombardier mit der Bürgschaft für die kommenden Monate Wind in die Segel bekommen. Sachsen engagiere sich, um die Beschäftigung in den Standorten Bautzen und Görlitz zu sichern.

«Der Bahnverkehr hat eine große Zukunft», sagte Kretschmer. Alle Unternehmen, die in diesem Bereich engagiert seien, hätten gute Perspektiven. Bombardier mit seinen mehr als 2.200 Mitarbeitern in Sachsen sei prädestiniert dafür, in der Zukunft stark zu sein. Allerdings gebe es in der Belegschaft auch Sorgenfalten. Kretschmer zufolge sieht der Freistaat Sachsen eine gemeinsame Zukunft von Bombardier und Alstom sehr positiv: «Wir wünschen uns eine schnelle Entscheidung der Europäischen Kommission nach Möglichkeit noch im Monat Juli, damit Sicherheit kommt für die Mitarbeiter, für die Beschäftigten, für die Standorte.»

Nach den Worten von Fohrer sollen die Verhandlungen mit der IG Metall und dem Gesamtbetriebsrat von Bombardier über die Zukunft der Standorte bis Ende September abgeschlossen sein. Bis dahin werde es keine betriebsbedingten Kündigungen geben. Die in den Verhandlungen getroffenen Vereinbarungen würden auch für einen Käufer bindend sein. Er wolle Bombardier noch wettbewerbsfähiger aufstellen und weiter in die Digitalisierung und die Innovationskraft der Standorte investieren, sagte Fohrer. Erforderlich sei eine Prozessoptimierung, um bis zur Auslieferung weniger Zeit zu benötigen.

«Sachsen soll Bahnland bleiben», erklärte Wirtschaftsminister Martin Dulig. Die Fusion mit Alstom sein eine große Chance. Sachsen wolle seinen Beitrag leisten, dass die Zukunftsperspektive begründet ist. Belegschaft, Standorte und die Region brauchten Sicherheit.

Die Waggonbauer sollen auf Weihnachts- und Urlaubsgeld sowie Entgelterhöhungen verzichten und ohne finanziellen Ausgleich länger arbeiten. Das hatte die IG-Metall publik gemacht. 1.000 Jobs an den deutschen Standorten sind angeblich in Gefahr.  Bombardier hat inzwischen  ein Konzept für mehr Wettbewerbsfähigkeit bestätigt. Die Beschäftigten sollen sich an den Einsparungen beteiligen.