Geständnis im Schloss-Taubenheim-Prozess: „Ich sollte nur Schmiere stehen“
Einer der vier Angeklagten im Prozess zum Einbruch in Schloss Taubenheim hat sein Schweigen gebrochen. Der 25-jährige Rumäne gestand heute vor dem Landgericht in Bautzen, dass er an der Tat beteiligt war. Er hatte Bandenmitglieder von Spanien nach Deutschland gefahren, den Werkzeugkoffer zum Tresor des Schlossherren gebracht, das Schloss nach Wertgegenständen durchsucht und die gefangen genommene und gefesselte Sekretärin bewacht. Bei sich hatte er einen Revolver. Damit habe er aber die Angestellte nicht bedroht, beteuerte er. Als die Polizei eintraf, warf er die Waffe in eine Geschirrspülmaschine und flüchtete in einem angemieteten Auto nach Paris.
Der arbeitslose Gärtner und Kellner lebte in Spanien, er hatte Schulden. Da kam ihm der Auftrag ganz recht, „Leute“ nach Deutschland zu bringen. Angeblich habe er da noch nichts von dem geplanten Einbruch gewusst. Den Namen seines Auftraggebers wollte er nicht nennen. Er sollte ja nur Schmiere stehen, dann sei er aber von einem gewissen Mohammed aufgefordert worden, mit hinein zu kommen. Er schilderte das arbeitsteilige Vorgehen der Gruppierung am Tatort. Die Beute wollten sich alle aufteilen. Sie vermuteten 100.000 Euro im Tresor. Aber der Geldschrank widerstand der Baumarkt-Flexx. Auch beim versuchten Einbruch zwei Wochen später in ein Wohn- und Geschäftshaus in Seifersdorf bei Radeberg war er mit dabei.
Er kann nun mit einer Gefängnisstrafe zwischen dreieinhalb und fünf Jahren rechnen.Das hatte das Gericht im Falle eines umfassenden und glaubhaften Geständnisses in Aussicht gestellt. Wie sich die übrigen drei Angeklagten verhalten werden, ob sie auch aussagen und reinen Tisch machen, wird sich in den nächsten zwei Prozesstagen zeigen. Die Verhandlung wird am kommenden Montag fortgesetzt.