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Gewerkschaft steuert um: ÖPNV-Streik am Freitag in Ober- und Niederlausitz

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Wer am Freitag mit dem Bus unterwegs sein will, hat schlechte Karten. Anders als zunächst angekündigt, hat die Gewerkschaft ver.di am Mittwoch nun auch die Beschäftigten mehrerer Verkehrsunternehmen in der Oberlausitz zum ganztägigen Warnstreik aufgerufen. Mitarbeiter von Regionalbus Oberlausitz, der Görlitzer Verkehrsbetriebe, der DB Regio Bus Ost in Zittau, der Verkehrsgesellschaft Hoyerswerda und des Omnibusverkehrs Niesky sollen für einen Tag ihre Arbeit niederlegen.

Damit wird in der Lausitz am Freitag kaum ein Bus fahren. Die Gewerkschaft hat auch die Beschäftigten einiger Verkehrsunternehmen in der Niederlausitz aufgerufen, ihre Arbeit niederzulegen. Aufgefordert zum Streik wurden die Personale z.B. von Cottbusverkehr, DB Regio Ost  und der Elster Nahverkehrsgesellschaft. Fahrgäste sollten sich auf weitreichende Ausfälle und Verspätungen einstellen. Ein Ersatzverkehr ist kaum umsetzbar.

Die Gewerkschafter in Sachsen haben ein Angebot der Arbeitgeber zurückgewiesen. Sie wollen den Druck erhöhen und fordern unter anderem 22 Prozent mehr Lohn, mindestens aber 750 Euro mehr im Monat. „Die Verantwortung für die Arbeitsniederlegungen tragen einzig und allein die Arbeitgeber. Dem “Angebot„ kann nicht zugestimmt werden, die Reaktion der Beschäftigten ist daher nur folgerichtig. Aufgrund der unzureichenden Ausfinanzierung des ÖPNV in Sachsen sei die Forderung von ver.di utopisch.“, erklärte Verhandlungsführer Sven Vogel am Mittwochmittag. 

Die Arbeitgeber hatten bereits am 18. Januar ein Angebot mit einer linearen Gehaltserhöhung bis September 2025 vorgelegt. Demnach sollten die Gehälter ab Oktober 2024 zunächst um fünf Prozent und in anschließend in zwei weiteren Schritten um nochmals drei Prozent steigen. Auch die Zahlung einer Inflationsausgleichsprämie in Höhe von 2.000 Euro in zwei Schritten wurde angeboten. Die Gewerkschafter lehnten dies allerdings ab. 

Auch in weiteren Teilen Sachsens soll am Freitag der Nahverkehr lahmgelegt werden. Betroffen sind neben der Landeshauptstadt Dresden unter anderem auch die Stadtverkehre in Chemnitz, Plauen und Zwickau. Sollte zur nächsten Verhandlungsrunde am 23. Februar keine Einigung im Tarifstreit erzielt werden, seien weitere Streiks nicht ausgeschlossen, teilte ver.di weiter mit.