Gibt es doch noch Hoffnung für das ZCOM
Für das Konrad Zuse Computermuseum in Hoyerswerda gibt es offenbar einen neuen Hoffnungsschimmer. Nach Informationen des Museums will eine Schweizer Stiftung rund 250.000 Euro zur Verfügung stellen. Ende kommender Woche sollen dazu Gespräche mit dem Konrad Zuse Forum geführt werden. Vereinsvorsitzender Wolfgang Kunde bestätigte entsprechende Pläne.
Das Museum steht vor dem Aus, nachdem die Stadt Hoyerswerda und die Wohnungsgesellschaft Hoyerswerda als einer der Stiftungsträger ihre finanzielle Unterstützung eingestellt haben. Ab dem kommenden Jahr fehlen rund 300.000 Euro für den Weiterbetrieb. Der Stadtrat hatte in der vergangenen Woche das Ende der kommunalen Finanzierung beschlossen.
Für Besucher ist das Museum regulär nur noch bis zum 31. August geöffnet. Bis zum Jahresende sind lediglich vereinzelte Öffnungstage geplant. Den sechs Beschäftigten wird zum 31. Dezember 2026 gekündigt. Nach Angaben der Stiftung ist dieser Schritt notwendig, um eine drohende Zahlungsunfähigkeit abzuwenden.
Die Stadt begründet ihre Entscheidung damit, dass das Finanzkonzept des Museums nicht mehr tragfähig sei. Die angestrebten Besucherzahlen von 20.000 bis 25.000 Gästen pro Jahr seien deutlich verfehlt worden. Tatsächlich kamen im Durchschnitt nur rund 10.000 Besucher jährlich. Außerdem sieht die Stadt in dem Museum keinen entscheidenden Tourismusfaktor für Hoyerswerda.
Ungewiss ist derzeit auch die Zukunft der rund 18.000 Ausstellungsstücke.
Das Museum erinnert an den Computerpionier Konrad Zuse, der in den 1920er Jahren in Hoyerswerda lebte, dort zur Schule ging und sein Abitur ablegte. Neben seinen technischen Leistungen wird auch sein künstlerisches Schaffen präsentiert. Auf rund 1.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche können Besucher historische Computertechnik entdecken, interaktive Stationen ausprobieren sowie Angebote zu Programmierung, 3D-Druck und Robotik nutzen.
Die Einrichtung wurde am 19. September 1995 zunächst als kleine Ausstellung mit nur 32 Quadratmetern im Technologiezentrum LAUTECH eröffnet. Seit dem 28. Januar 2017 befindet sich das Museum in seinem heutigen Domizil in der Dietrich-Bonhoeffer-Straße.
