Gleisklau im großen Stil in Kodersdorf? Angeklagter redet
Einem Rentner und einem Zugbegleiter wird seit heute der Prozess vor dem Landgericht Görlitz gemacht. Sie sollen über 80 Tonnen Schienen und fast 30 Tonnen Stahlschwellen von einer Gleisanlage in Kodersdorf an Schrotthändler verscherbelt haben. Die Staatsanwaltschaft wirft den Angeklagten Diebstahl und Betrug bzw. Beihilfe vor.
Während der 75-jährige Hauptangeklagte schwieg, sagte sein Freund aus. Der 40-jährige Pole bezeichnete sich als Strohmann. Er war in finanzieller Not, hatte durch seine Scheidung fast 10.000 Euro Schulden. Sein älterer Freund schoss ihm etwas vor. Dafür sollte er ihm behilflich sein. Er gründete eine Firma, stellte sein Konto zur Verfügung. Schrotthändler überwiesen den Vorschuss für den Gleisabbau. Der Zugbegleiter übergab die Beträge seinem Geschäftspartner. Damit sollten die Eigentümer der Schienen bezahlt werden. Er habe darauf vertraut, dass alles gesetzeskonform ablaufe.
Zitat: „Ich sollte den Kauf über das Unternehmen abwickeln und den Rückbau organisieren. Er sagte mir, dass er die Gleisanlage kaufen will. Ich sollte den Namen her geben, damit sein Name nicht auftaucht. Das würde ich nicht wieder tun.“
Der Prozess wird mit der Zeugenvernehmung fortgesetzt.